Denise Mäder
- Party
- Grünliberale
- Parliament
- Stadtrat
- Electoral district
- III - Mattenhof-Weissenbühl
- Seat number
- 71
- Parliament page
- Official profile
- Gender
- Female
- Born
- 1989
- Occupation
- Betriebsökonomin, HR Business Partnerin
- Language
- German
- Source body
- 351
- Record updated
- 04.07.2026
- First imported
- 14.08.2025
- EnthaltenStadtratPilotprojekt hindernisfreies und inklusives Bauen (Motion als Richtlinie)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 43 Yes · 5 No · 13 Abst. · 18 Absent
- NeinStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 43 Yes · 20 No · 1 Abst. · 15 Absent
- NeinStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 9 Yes · 48 No · 1 Abst. · 21 Absent
- JaStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 52 Yes · 6 No · 2 Abst. · 19 Absent
- NeinStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 13 Yes · 38 No · 5 Abst. · 23 Absent
- —Mitwirkung in Kommissionen und anderen Organen der Eidgenossenschaft, der Kantone und ihrer GemeindenStadtrat
- —Berufliche Tätigkeiten (Anstellung; eigenes Unternehmen)Stadtrat
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- SpeechTätigkeitsberichte der GPK 2025 - 2028No. 2026.SR.0044MitgliedStadtrat
- Speech
- SpeechKostenloser ÖV für Schulkinder in der Stadt BernNo. 2024.SR.0170MitgliedStadtrat
- SpeechJede Stimme zählt: faireres Wahlverfahren für die Stadt BernNo. 2024.SR.0289MitgliedStadtratAgenda item 10: Motion Maurice Lindgren/Janina Aeberhard (GLP)/Bettina Jans-Troxler (EVP): Jede Stimme zählt: faireres Wahlverfahren für die Stadt Bern; Ablehnung
Denise Mäder (GLP) für die Fraktion: Als Fraktionsvotum eigentlich noch angemerkt: Wir unterstützen natürlich die Motion, wie sie ist, vollumfänglich. Und noch der Hinweis: Es geht uns hier nicht um Klientelpolitik. Wer die Unterlagen aufmerksam studiert hat, sieht auch, dass wir als Partei GLP zum Beispiel bei den letzten Wahlen nicht zu den Profiteuren eines Wechsels gezählt hätten. Es ist einfach ein Ur-Anliegen von uns, dass wir in der Stadt Bern ein demokratiepolitisch legitimiertes Wahlverfahren in der Anwendung haben.
- SpeechJede Stimme zählt: faireres Wahlverfahren für die Stadt BernNo. 2024.SR.0289MitgliedStadtratAgenda item 10: Motion Maurice Lindgren/Janina Aeberhard (GLP)/Bettina Jans-Troxler (EVP): Jede Stimme zählt: faireres Wahlverfahren für die Stadt Bern; Ablehnung
Denise Mäder (GLP) für die Einreichenden: Gleich einleitend: Andere Fraktionen sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, dass wir punktweise über diese Motion abstimmen, das heisst, einerseits der Wechsel des Wahlsystems im Stadtrat und andererseits im Gemeinderat. Wir als einreichende Fraktion kommen dem Wunsch nach.
So, nun, um was geht es? In der Stadt Bern wählen wir das Parlament und die Regierung mit dem Proporzwahlverfahren, kurz: im Proporz. Der Grundgedanke dieses Systems ist eigentlich simpel. Jede Stimme soll möglichst gleich viel Gewicht haben. Als Wählerin gehe ich deshalb davon aus, dass meine Stimme der Partei zugutekommt, die ich auf den Wahlzettel schreibe, und nicht irgendwo anders landet oder weniger zählt als eine andere. In der Praxis ist das heute aber nicht zuverlässig der Fall.Mit dem aktuell angewendeten Hagenbach-Bischoff-Verfahren kann es nämlich passieren, dass zwei Stimmen unterschiedlich stark wirken. Die eine zählt mehr, die andere weniger – und nicht wegen politischen Inhalten, sondern wegen der mathematischen Berechnungsmethode. Und das ist schwer verständlich, selbst für politisch interessierte Menschen. Und für viele Wählerinnen und Wähler ist es schlicht frustrierend. Denn plötzlich stellt man fest: Meine Stimme hat weniger Einfluss als die zum Beispiel meines Partners oder meiner Nachbarin, nur weil wir unterschiedliche Listen gewählt haben.
Und genau hier setzt diese Motion an. Wir wollen das Wahlverfahren verbessern, nicht radikal ändern, sondern präziser und transparenter machen mit dem Sainte-Laguë-Verfahren. Das Sainte-Laguë bildet die Stimmenanteile genauer ab als Hagenbach-Bischoff. Das Ziel ist nicht die Perfektion, denn die gibt es nicht in einem Proporzsystem. Aber wir können ein Verfahren wählen, das der gleichen Stimmwirkung etwas näherkommt – so, dass die Restmandate so verteilt werden, dass möglichst viele Stimmen tatsächlich zu einem Sitz beitragen. Hagenbach-Bischoff tut das eben nicht so gut. Dieses Verfahren begünstigt grosse Listen systematisch und hat daher den Effekt, den man klar aussprechen kann. Er zementiert bestehende Machtverhältnisse. Wer heute gross ist, bleibt im Vorteil. Wer kleiner ist, hat es deutlich schwerer, und selbst dann, wenn viele Menschen diese Liste wählen.
Und genau deshalb ist diese Diskussion nicht eine technische Detailfrage, sondern hochpolitisch. Wir leben in einer Zeit, in der das Vertrauen in demokratische Institutionen weltweit unter Druck steht. Auch hierzulande spüren wir das. Und genau darum müssen wir Sorge dazu tragen und sorgfältig damit umgehen, wie fair unsere demokratischen Prozesse sind. Und wenn Menschen den Eindruck haben, ihre Stimme zähle weniger, ginge irgendwo verloren oder würde verrechnet, dann schadet das schlussendlich unserer Demokratie.
Der Gemeinderat verweist in seiner Antwort auf frühere Vorstösse und auf die bestehende Rechtsprechung. Und selbstverständlich ist die rechtliche Dimension zentral, und deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf. Die Bundesverfassung garantiert in Artikel 34 das gleiche Wahlrecht. Die Rechtsprechung unterscheidet die Aspekte Zahlwertgleichheit, Stimmkraftgleichheit und Erfolgswertgleichheit. Für die Proporzwahlen ist die Erfolgswertgleichheit entscheidend. Und das heisst einfach gesagt: Jede abgegebene Stimme soll möglichst stark zur Sitzverteilung beitragen und möglichst wenige Stimmen sollen verlorengehen oder ohne Wirkung bleiben. Das Bundesgericht hat mehrfach festgehalten, dass bei Proporzwahlen genau dieser Erfolgswert prioritär ist. Diese klare Gewichtung wird in der Antwort des Gemeinderats jedoch nicht erwähnt, obwohl sie so zentral ist – und man braucht keine tiefgehende juristische Recherche, um das herauszufinden. Ein Verfahren, das den Erfolgswert besser wahrt, ist rechtlich gut abgestützt und eben auch das leistet Sainte-Laguë besser als Hagenbach-Bischoff.
Wichtig auch: Wir sprechen hier nicht von einem Experiment. Sainte-Laguë ist erprobt, in diversen Kantonen und Gemeinden im Einsatz und breit anerkannt. Wir waren mit diesem Anliegen übrigens schon einmal sehr, sehr nah an der Umsetzung. 2018 wurde eine parlamentarische Initiative mit nur einer Stimme Unterschied abgelehnt. Und noch wichtiger: Die meisten hier in diesem Saal haben im Oktober 2024 beschlossen, dass die Verteilung der Kommissionssitze mit dem Verfahren Sainte-Laguë berechnet werden. Und deshalb ist es eigentlich nur konsequent, die Logik auch auf die übrigen Wahlen anzuwenden.
Ein zentrales Gegenargument des Gemeinderates betrifft ihn selbst: Man will stabile Mehrheiten sichern. Aber Stabilität darf nicht auf Kosten von Fairness erkauft werden. Mehrheiten, die nur deshalb bestehen, weil ein Wahlverfahren Stimmen verzerrt, ist demokratiepolitisch einfach fragwürdig. Und unsere Exekutive arbeitet nach dem Kollegialitätsprinzip, entscheidet gemeinsam. Und Vielfalt bedeutet nicht, dass alles blockiert ist, sondern eigentlich eine bessere Abbildung der Bevölkerung. Und für den Stadtrat mit den 80 Sitzen wären die Auswirkungen sogar noch moderater. Klar, das Quorum könnte leicht sinken, aber die Zersplitterung ist nicht belegt. Fraktionen bleiben möglich, also das System bleibt handlungsfähig. Und Vielfalt bedeutet auch hier nicht Instabilität. Sie verhindert starre Blockbildungen und öffnet eben den Raum für Lösungen.
Ein konkreter Nutzen des Wechsels betrifft die Wählenden direkt. Mit Sainte-Laguë könnten wir auf Listenverbindungen verzichten. Listenverbindungen sind für viele Menschen unverständlich. Häufig weiss man nämlich nicht, wo genau die Stimme am Schluss hinfliesst. Ohne Listenverbindungen ist die Sache klar und ehrlich. Meine Stimme zählt genau für diese Liste, die ich dann auch gewählt habe, stärkt Nachvollziehbarkeit und Vertrauen. Am Ende geht es nicht um Mathematik, sondern um Demokratie, um Ehrlichkeit, Verständlichkeit, um Fairness. Und eben genau: Sainte-Laguë ist fairer, genauer und fördert die Vielfalt und Hagenfach-Bischoff verstärkt bestehende Mehrheiten und begünstigt Machtkonzentration. Ich denke, gerade in der aktuellen weltpolitischen Lage ist es wichtig, dass wir den Wert jeder Stimme ernst nehmen. Wir bitten euch deshalb, die Motion zu unterstützen, um auch in der Stadt Bern eine glaubwürdig gelebte Demokratie zu garantieren.
- PostulatErstunterzeichnende/rEine Familienstrategie für die Stadt BernNo. 2026.SR.0243
- Motion als Richtlinie
- PostulatMitunterzeichnende/r
- InterpellationMitunterzeichnende/r
- Motion als RichtlinieMitunterzeichnende/r
- Fraktion
- Kommission
- Partei
- Parlament (Legislativrat)
- FraktionGrünliberale/Junge Grünliberale/Evangelische Volkspartei(GLP/JGLP/EVP)Stadtrat
- Mitglied25.03.2024 – 01.01.2025
Images(1)
- Version 101.01.2025 – 31.12.2199
Data: OpenParlData · CC BY 4.0