Karel Ziehli
- SpeechDen 14. Juni der feministischen Bewegung sichern – bis die Gleichberechtigung Realität istNo. 2025.SR.0189MitgliedStadtratAgenda item 10: Postulat: Fraktion GB/JA!: Den 14. Juni der feministischen Bewegung sichern – bis die Gleichberechtigung Realität ist; Ablehnung
Karel Ziehli (GB) für die Fraktion: Am kommenden Sonntag findet der feministische Streik statt, 35 Jahre nach dem ersten Streik dieser Art in der Schweiz – eigentlich ein guter Zeitpunkt, um uns zu fragen, wo wir heute stehen:Haben wir Lohngleichheit erreicht? Nein. Teilen wir uns die Care Arbeit gerecht auf? Nein. Gehört sexistische und sexualisierte Gewalt der Vergangenheit an? Nein. Sind Frauen und Menschen diverser Geschlechter in Machtpositionen und politischen Gremien angemessen vertreten? Nein. Und das, obwohl die Gleichstellung seit 1981 in der Verfassung verankert ist. Und das, obwohl wir seit 1996 ein Gleichstellungsgesetz haben.
Die unternommenen Anstrengungen stehen in keinem Verhältnis zu den Herausforderungen. Wir müssen auch gerade heute dafür kämpfen, dass dieses Recht zur Selbstverständlichkeit führt. Solange wir keine Gleichstellung erreicht haben, werden wir weiterkämpfen, weiter auf die Strasse gehen, weiter in der Gesellschaft und in den Parlamenten handeln, damit diese Ungleichheiten endlich der Geschichte angehören.
Die Lage ist besorgniserregend. Die Lohnungleichheit hat sich laut den letzten Statistiken verschlechtert: Von 17,2 auf 17,4%, und die Hälfte dieses Unterschieds ist nicht erklärbar. Die familienergänzende Kinderbetreuung ist nach wie vor unzureichend und für viele Familien viel zu teuer. Ein echter Elternurlaub, der eine gerechtere Verteilung der Care-Arbeit ermöglichen würde, fehlt immer noch. Jede zweite Frau erlebt sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Seit Jahresbeginn gab es 13 Femizide. Die Budgets für Frauenhäuser sind lückenhaft, es fehlt einfach an Plätzen. Die Situation von genderqueeren Personen ist besonders prekär, während Antitrans-Bewegungen an Einfluss gewinnen. Das sind nur einige Beispiele. Wir könnten leider den ganzen Abend darüber sprechen. Und ich höre immer wieder, die Lage ist doch besser als in 1981 oder 1991. Ja, es gab Fortschritte, aber nur dank des Drucks von der Strasse, dank den Hunderttausenden, die sich jedes Jahr für Verbesserungen einsetzen.
Aber Achtung. Die noch zu leistende Arbeit ist riesig – besonders angesichts des antifeministischen Backlash und der Mannosphäre die mit TikTok Videos und extrem viel Geld versuchen, geschlechtsspezifische Machtverhältnisse wiederherzustellen. Aber auch wir Cis-Männer, die keine TikTok Videos machen, tragen eine Verantwortung. Wir müssen solidarisch sein, unsere volle Unterstützung zeigen, gegen Diskriminierung kämpfen, sexistische Witze oder Verhaltensweisen von Kollegen und Freunden nicht tolerieren. Wir müssen aufhören, das als Normalität hinzunehmen und uns unseren Privilegien bewusst werden. Das Heteropatriarchat müssen wir mit allen Kräften bekämpfen. Letztlich profitieren wir alle von einer gleichberechtigten Gesellschaft, in der sich alle entfalten können, ohne andere zu benachteiligen oder zu diskriminieren.
Dieses Postulat anzunehmen bedeutet, ein Signal zu senden – dass Bern, die Hauptstadt dieses Landes, den feministischen Kampf in den Mittelpunkt stellt. Diesen Antrag anzunehmen bedeutet, den 14. Juni als festen Termin zu verankern und sicherzustellen, dass die feministischen Forderungen und Kämpfe auch in der Zukunft in der Stadt Bern Priorität behalten. Im Namen der GB-JA!-Fraktion bitte ich euch, dieses Postulat anzunehmen und am kommenden Sonntag für eine feministische Gesellschaft auf die Strasse zu gehen oder euch zu solidarisieren. Et promis, le jour, où on aura enfin l'égalité, on arrêtera de vous embêter. Danke für eure Aufmerksamkeit.
- SpeechHintergründe zum Polizeieinsatz auf dem Vorplatz im Nachgang des feministischen Streiks (GB/JA! und AL/PdA/TiF)No. 2025.SR.0204MitgliedStadtratAgenda item 9: Interfraktionelle Interpellation: Hintergründe zum Polizeieinsatz auf dem Vorplatz im Nachgang des feministischen Streiks (GB/JA! und AL/PdA/TiF); Antwort
Karel Ziehli (GB): Liebe Anwesende, wir stellen einen Ordnungsantrag, dass das Traktandum 10 vor dem Traktandum 9 kommt, weil wir hier Gäste auf der Tribüne haben, die mitgearbeitet haben und zuhören möchten.
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