PTT. Ecoutes téléphoniques illégales
(93.3263)- Tipo
- Interpellation
- Stato
- Liquidé
- Parlamento
- Svizzera
- Numero
- 93.3263
- Inizio
- 2 giu 1993
- Fonte ufficiale
- Profilo ufficiale
- ID esterno
- 19933263
- Marco BorradoriLega dei Ticinesi
- Armin KernParti des automobilistes
- Jürg ScherrerParti des automobilistes
- Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
- Flavio MaspoliLega dei Ticinesi
- LiquidéConseil national
- Discussion reportéeConseil national
- Liquidé
- Titre de l'objetPTT. Ecoutes téléphoniques illégales
- Antwort BR / Büro
1. Es stimmt nicht, dass 40 neue Stellen für die Verfolgung von illegalen Telefonen, Funkgeräten und Modems geschaffen wurden. Diese Aufgabe bestand schon vor dem Inkrafttreten des neuen Fernmeldegesetzes. Sie wurde damals durch Beamte der PTT-Betriebe erfüllt, während diese Beamten jetzt im Namen und Auftrag des Bakom arbeiten. Denn seit dem 1. Mai 1992 ist - gemäss Artikel 59 Absatz 2 des Fernmeldegesetzes (FMG) respektive Artikel 2 der Verordnung über die Delegation der Strafbefugnisse bei Widerhandlungen gegen das Postverkehrsgesetz, das Fernmeldegesetz und das Bundesgesetz über Radio und Fernsehen - das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) für die Verfolgung und Beurteilung von Widerhandlungen gegen das Fernmeldegesetz zuständig.
2. Gemäss Artikel 59 Absatz 2 FMG werden Widerhandlungen gegen Artikel 57 und 58 FMG nach den Vorschriften des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR) verfolgt und beurteilt. Gemäss Artikel 48 Absatz 3 dieses Gesetzes darf eine Durchsuchung nur auf schriftlichen Befehl des Direktors oder Chefs der beteiligten Verwaltung erfolgen. Unter den Bedingungen von Artikel 48 Absatz 4 VStrR ist es in Ausnahmefällen erlaubt, dass der Untersuchungsbeamte von sich aus eine Durchsuchung anordnet oder vornimmt. Dies ist nur zulässig, wenn Gefahr im Verzug ist, also ein wichtiges Beweismittel zu verschwinden droht, oder eine gefährliche Störung beseitigt werden muss. Diese Ausnahmen treten aber nur selten ein und müssen dem zuständigen Vorgesetzten mitgeteilt werden.
3. Die Kontrolle der Frequenzen durch gelegentliche Überwachung beim Auftreten von Störungen darf nicht mit Telefonabhörungen im strafrechtlichen Sinne und den damit zusammenhängenden Verletzungen der Persönlichkeitsrechte in Zusammenhang gebracht werden. Hier geht es nicht um das Abhören eines Gespräches, sondern nur um die Ermittlung der Quelle einer Störung im Rahmen der Frequenzüberwachung. Nur so kann im Rahmen der Frequenzüberwachung überhaupt die Quelle der Störung eruiert werden.
Das Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid (vom 27. März 1992) diese Praxis ausdrücklich geschützt und dabei festgehalten, dass dieses Mithören verhältnismässig und im Sinne der Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit geboten sei.
4. Gemäss Bundesgericht handelt es sich hier nicht um eine Telefonabhörung. Zudem ist diese Massnahme im Rahmen einer zuverlässigen Gewährleistung der Fernmeldebedürfnisse gemäss Artikel 1 FMG geboten. Ohne diese könnte ein Schutz vor Störungen gar nicht erfolgen, was zu Beeinträchtigungen in der Telekommunikation führen würde.
5. Nach Artikel 65 VStrR besteht die Möglichkeit, unter gewissen Voraussetzungen (Widerhandlung offenkundig, Busse nicht mehr als 500 Franken, Einverständnis des Beschuldigten) ein abgekürztes Verfahren zu führen. Darauf weist die Formulierung im Strafbescheid hin. Das Verfahren kann so rasch durchgeführt werden, was erlaubt, reduzierte Kosten zu sprechen. Es steht dafür sofort einem rechtskräftigen Urteil gleich. Der Beschuldigte hat also die Möglichkeit, auf den Strafbescheid im abgekürzten Verfahren zu verzichten und, wenn er mit dem Entscheid der Verwaltung nicht einverstanden ist, die Beurteilung durch das kantonale Strafgericht zu verlangen.
6. Da die illegalen Teilnehmeranlagen meistens auf Frequenzen arbeiten, die dem Betriebsfunk zugeteilt sind, werden die verschiedensten Dienste gestört. Es liegen konkret massive Störungen des Polizeifunks (Kantone Aargau, Solothurn, Zug und Luzern), des Flugfunks (ganze Schweiz), der Rettungsdienste, aber auch der Rundfunkfrequenzen (Radio- und Fernsehempfang, zahlreiche Fälle in der ganzen Schweiz) oder von Bauunternehmungen (Störung ferngesteuerter Krane, in Genf) vor. Zudem häufen sich Beschwerden der Fernmeldebehörden Deutschlands, wonach in der Schweiz betriebene illegale Teilnehmeranlagen in den Grenzregionen massive Störungen auf Sicherheitsfunknetzen (insbesondere der Polizei von Baden-Württemberg) verursachen. Diese Liste liesse sich beliebig verlängern und belegen.
7. Die Verfolgung von Widerhandlungen gegen die Fernmeldegesetzgebung ist durch das Gesetz und die öffentliche Ordnung geboten. Der Aufwand, der dafür betrieben wird, ist bescheiden, wenn man die möglichen Konsequenzen einer unkontrollierten Situation bedenkt. Abgesehen davon ist es unumgänglich, dass in einem liberalisierten Markt gewisse minimale Regeln beachtet werden.
8. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass diese Aufgabe, die vom Gesetzgeber klar vorgesehen ist, verhältnismässig und nötig ist und dass diese von den Untersuchungsbeamten, die im Namen und Auftrag des Bakom tätig sind, in einem vertretbaren Umfang wahrgenommen wird. Würde man in diesem Bereich die Kontrolle abbauen, so würde dies Störungen in der Telekommunikation Tür und Tor öffnen. Eine solche Preisgabe des hohen Sicherheitsstandards unseres Fernmeldewesens ist nicht zu verantworten und wäre nur mit sehr grossem Aufwand reversibel.
- Texte déposé
Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes :
1. Est-il exact que les PTT ont créé 40 postes de travail pour déceler des téléphones, des émetteurs-récepteurs et des modems illégalement utilisés ?
2. Sur quelles bases juridiques les enquêteurs des PTT peuvent-ils se fonder pour se donner eux-mêmes un mandat de perquisition de domicile et quels sont les critères leur permettant de considérer que leurs soupçons se justifient ?
3. Qui est-ce qui a permis aux fonctionnaires chargés d'une enquête de procéder, sur un simple soupçon, à des écoutes destinées à déceler les personnes qui disposent illégalement d'un téléphone ?
4. Étant donné que ni la loi sur les télécommunications, ni le droit pénal administratif ne permettent de procéder à l'écoute téléphonique pour des cas mineurs, je voudrais bien savoir sur quelles bases légales se fonde cette immixtion de l'État dans le domaine réservé de la personne.
5. Dans le mandat de répression de l'Ofcom condamnant les contrevenants, on trouve la phrase suivante : "L'inculpé renonce expressément à tout recours." Comment le Conseil fédéral explique-t-il une clause aussi injustifiable et aussi problématique ?
6. Quelles sont les perturbations aux conséquences graves causées par l'emploi illégal d'appareils de téléphone sans fil, dont les PTT peuvent faire état ?
7. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que, vu l'augmentation dramatique de la criminalité en Suisse, les méthodes employées pour dépister les détenteurs non autorisés d'appareils de téléphone sont excessives et que les effectifs engagés à cet effet sont disproportionnés ?
8. Le Conseil fédéral est-il prêt à stopper cet engagement abusif de fonctionnaires des PTT, indigne d'un État moderne fondé sur la primauté du droit ?
- Développement
Depuis sa création, l'office fédéral de la communication (OFCOM) s'est engagé, en vue de protéger le monopole des PTT, dans une chasse aux usagers non autorisés des téléphones avec une énergie qui devient de plus en plus contestable. Ainsi, une quarantaine d'unités sont actuellement chargées de dépister pas tous les moyens possibles et imaginables les appareils de téléphone, les émetteurs-récepteurs et les MODEM non homologués. Selon l'office, les recherches des agents zélés de l'État ont été couronnées de succès dans environ 250 cas qui ont donné lieu à des poursuites pénales. Or cette soi-disant réussite n'a été manifestement possible que par des méthodes inadmissibles en droit, telles qu'elles ont été pratiquées dans la plus sombre période de l'histoire des pays d'Europe orientale. On doit aussi se demander si les résultats obtenus justifient les efforts et les dépenses nécessité. Le peuple n'admet certainement pas de telles méthodes ni un tel gaspillage des recettes fiscales, alors que les femmes et les enfants n'osent plus sortir seuls la nuit par peur des criminels. C'est dans ce domaine que les tâches de protection et de surveillance de l'État devraient avoir la priorité dans notre pays.
Dati: OpenParlData · CC BY 4.0