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Brigitte Hilty Haller · GRÜNE

de
Grosser Rat (BE)3 mar 2026
Brigitte Hilty Haller, Bern (GRÜNE), Fraktionssprecherin. Der Ballenberg ist eines der fünf Museen in der Schweiz mit nationaler Bedeutung, das haben wir schon gehört. Das Freilichtmuseum Ballenberg ist wunderschön: Oberhalb des Brienzersees gelegen, besticht es nicht nur durch die alten geschichtsträchtigen Bauten, sondern auch durch eine schöne Landschaft, in welche das Ganze so schön hineingebettet ist. Der Ballenberg erzählt unsere Geschichte, die Geschichte des Wohnens und des Arbeitens, über eine lange Zeitachse in der gesamten Schweiz und somit ist der Ballenberg ein Stück Schweizer Geschichte, gelebte Geschichte.

Was mich immer wieder fasziniert, ist der gute Mix von sorgfältig kuratierten Ausstellungen in den Häusern und Bauten, eine liebevoll gestaltete Umgebung rund um die 110 Bauten, die Erlebniswelt zum Mitmachen und Eintauchen, die Events und auch das tolle Kursangebot, mit welchem man Handwerke erlernen kann. Der Ballenberg ist finanziell sehr gut unterwegs, hat eine beachtliche Anzahl Besuchende – es sind fast 200’000 Besuchende pro Jahr –, obschon das Museum nur sechseinhalb Monate pro Jahr offen ist.

Es wurde vor fast 50 Jahren eröffnet und mittlerweile hat es einen grossen Sanierungsbedarf. Die BiK konnte vor ein paar Wochen auf dem Ballenberg einen Augenschein nehmen und ja, die Mängel sind erheblich, angefangen bei kleinen Garderoben für die Mitarbeitenden, leckendem Beton, einer unbefriedigenden Parkplatzsituation und nicht zuletzt lässt die Depotsituation arg zu wünschen übrig.

Da gibt es Kutschen und Geräte, landwirtschaftliches Werkzeug, Milchkessel, Webstühle, Spinnräder, die eher schlecht als recht in Schöpfen gelagert sind, so als würden sie irgendwo auf einem Hof in einem Schopf stehen und nicht in einem Museum. Ich habe mich dort gefragt: Sieht so unser Umgang mit der Geschichte aus? Das kann es doch nicht sein!

Ein weiteres wesentliches Problem, das sich gezeigt hat, ist die Parkierung. Deshalb soll beim Eingang Ballenberg West ein Parkhaus mit kostenpflichtigen Parkplätzen entstehen und die Zufahrten zum Eingang generell neu geregelt werden. Auch das macht Sinn und ist nachvollziehbar. Mit der Gesamtsanierung soll es einladender, freundlicher, zugänglicher und auch behindertengerechter werden, alles absolut in unserem Sinn.

Es liegt ein Projekt vor. Mit diesem Projekt soll man diese Mängel beheben können, sodass das Museum auch in eine Zukunft gehen kann und fit ist für die nächsten 50 Jahre. Das Projekt wurde sorgfältig ausgearbeitet. Es berücksichtigt die Anliegen wie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Es beinhaltet Holzkonstruktionen und hat auch die gemachten Auflagen erfüllt. Und ja, auch dieses Projekt wird ein bisschen teurer als angenommen. Aber im Vergleich zu anderen Sanierungsprojekten, bei denen Mehrkosten entstehen – und da haben wir schon öfter einmal Mehrkosten im Rat einfach so durchgewinkt –, sind diese Mehrkosten hier relativ gering.

Einmal mehr diskutieren wir darüber, ob unsere Kultur das Geld wert ist. Wem gehört die Kultur und wer soll dafür bezahlen? Und warum sollen/können nicht Private – mal soll es die Region, mal soll es die Gemeinde, mal sollen es Mäzene sein, – die Kultur finanzieren? Irgendwie hatte ich ein bisschen ein Déjà-vu. Warum gerade in der Kultur? Es gibt keinen anderen Bereich, in dem so viel und so stark darauf gepocht wird, dass sich andere an der Finanzierung beteiligen sollen, obschon wir doch – ich gehe davon aus, da würden mir die meisten hier im Saal zustimmen – stolz sind auf unsere Kultur, auf das, was wir haben.

Schlussendlich ist die Kultur das, was einen Mehrwert schafft, sei es für eine Gemeinde, sei es für eine Region, sei es für eine Stadt, für den ganzen Kanton und schlussendlich auch für unser ganzes Land. Wir Grünen sind der festen Überzeugung, dass sich der Kanton, und somit die öffentliche Hand, klar für seine Kultur einsetzen soll und selbstverständlich: Das kostet, denn Kultur hat ihren Wert. Die grüne Fraktion stimmt diesem Kredit einstimmig zu. Wir sehen den Bedarf und die Notwendigkeit zu handeln und so unser kulturelles Erbe zu sichern.

Ich komme zu den Anträgen: Den Antrag 1 lehnen wir ab. Dem Antrag 2, Marti, stimmen wir selbstverständlich zu, so auch dem Antrag 3, überparteilich, das macht für uns Sinn. Die Anträge 4 und 5 lehnen wir ab. Merci vielmals für Ihre Aufmerksamkeit.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0