Versorgungssicherheit bei Tierarzneimitteln stärken und Krankheitsrisiken nachhaltig reduzieren
(26.4636)- Tipo
- Interpellation
- Estado
- Eingereicht
- Parlamento
- Schweiz
- Número
- 26.4636
- Inicio
- 2 oct 2026
- Registro oficial
- Perfil oficial
- ID externo
- 20264636
- Christine BadertscherDie Grünen
- Nationalrat
- Eingereicht
- Titel des GeschäftesVersorgungssicherheit bei Tierarzneimitteln stärken und Krankheitsrisiken nachhaltig reduzieren
- Eingereichter Text
Die Versorgung mit Tierarzneimitteln in der Schweiz steht zunehmend unter Druck. Swissmedic und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) haben 2025 festgehalten, dass die Versorgung mit Tierarzneimitteln zunehmend problematisch ist und verschiedene Versorgungslücken identifiziert.
Aktuell warnen die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) und die Schweizerische Vereinigung für Geflügelmedizin (SVGM) vor zunehmenden Engpässen bei Arzneimitteln für Geflügel. Gemäss den Fachverbänden ziehen sich Hersteller aus dem Schweizer Markt zurück, wichtige Impfstoffe werden knapper und ab 2028 könnte für die Geflügelmedizin kein zugelassenes Erstlinien-Antibiotikum mehr verfügbar sein. Ähnliche Versorgungsprobleme wurden in den vergangenen Jahren auch bei anderen Nutztierarten festgestellt.
Eine ausreichende Versorgung mit lebenswichtigen Tierarzneimitteln ist eine Voraussetzung für die tierärztliche Versorgung und den Schutz des Tierwohls. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die Tierhaltung langfristig widerstandsfähiger gestaltet und die Abhängigkeit von Arzneimitteln durch Prävention, robuste Tiere und gute Haltungsbedingungen reduziert werden kann.
Der Bundesrat wird deshalb gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Wie beurteilt der Bundesrat die heutigen und künftigen Risiken von Versorgungsengpässen bei Tierarzneimitteln für Tiergesundheit und Tierwohl?
- Welche Arzneimittel oder Arzneimittelgruppen werden derzeit als besonders versorgungskritisch eingestuft?
- Welche Erkenntnisse liegen dem Bundesrat zu den Ursachen der zunehmenden Versorgungsengpässe bei Tierarzneimitteln vor?
- Reichen die bisher umgesetzten Massnahmen, insbesondere die Einführung einer Meldestelle für Versorgungsstörungen, aus, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten?
- Welche weiteren Massnahmen prüft der Bundesrat, um die Verfügbarkeit lebenswichtiger Tierarzneimittel sicherzustellen?
- Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, den Bedarf an Tierarzneimitteln durch die Förderung robuster Tiere, verbesserter Haltungsbedingungen und anderer präventiver Massnahmen zu reduzieren?
- Wie berücksichtigt der Bundesrat den Zusammenhang zwischen Tierwohl, Tiergesundheit und Medikamenteneinsatz bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik?
Datos: OpenParlData · CC BY 4.0