Ist es vertretbar, in einem Sektor, der einen Viertel des Produktionswerts der Schweizer Landwirtschaft ausmacht und zahlreiche Arbeitsplätze schafft, derart drastische Kürzungen vorzunehmen?
(26.3950)- Tipo
- Interpellation
- Estado
- Eingereicht
- Parlamento
- Schweiz
- Número
- 26.3950
- Inicio
- 19 jun 2026
- Registro oficial
- Perfil oficial
- ID externo
- 20263950
- Jacques NicoletSchweizerische Volkspartei
- Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
- Nationalrat
- Eingereicht
- Titel des GeschäftesIst es vertretbar, in einem Sektor, der einen Viertel des Produktionswerts der Schweizer Landwirtschaft ausmacht und zahlreiche Arbeitsplätze schafft, derart drastische Kürzungen vorzunehmen?
- Eingereichter Text
Aufgrund verschiedener beschlossener Sparmassnahmen beabsichtigt Agroscope, ab 2027 bei den Personalkosten (58 Vollzeitstellen) sowie bei den Sachkosten Einsparungen vorzunehmen.
Diese Sparmassnahmen haben erhebliche Auswirkungen auf die Institution und das Personal sowie auf die Schweizer Agrar- und Ernährungsforschung.
Das Kompetenzzentrum wird seine Aktivitäten wieder stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren: Forschung zur Primärproduktion und zu Umweltwirkungen der Landwirtschaft, gesetzliche Vollzugsaufgaben und Politikberatung.
Die Forschungsaktivitäten in den Bereichen gesunde Ernährung, neue Lebensmittel und alternative Nischenkulturen werden eingestellt.
Bestimmten Quellen zufolge entsprechen viele Streichungen dem Grundgedanken der neuen Ernährungspyramide: weniger Fleisch und mehr pflanzliche Ernährung.
Entgegen den Ankündigungen in der Medienmitteilung sollen in naher Zukunft ganze strategische Bereiche einfach gestrichen werden:
- Einstellung der Forschung im Bereich Rindfleisch sowie des gesamten Bereichs der Fleischqualitätskontrolle.
- Einstellung der Forschung zur Schweineproduktion sowie des Projekts zum Bau von Stallungen für Schweine in Posieux, obwohl Agroscope derzeit über europaweit einzigartige Infrastrukturen verfügt, die umfassende und praxisrelevante Versuche ermöglichen, insbesondere zur Verbesserung der Produktionseffizienz und zur Optimierung des Ressourceneinsatzes.
- Abbau von 58 Vollzeitstellen, darunter mehrheitlich Forschungsstellen, während die Verwaltungsstellen erhalten bleiben sollen!
Zur Information: Die Fleischbranche macht 27 Prozent des Wertes der Schweizer Agrarproduktion aus, was 3,2 Milliarden Franken entspricht.
Für den Grossverteilhandel beträgt der Umsatz im Fleischbereich rund 15 Milliarden Franken; für die Metzgereien und Fleischfachgeschäfte rund 7 Milliarden Franken
Was die Beschäftigung betrifft, sind rund 24 000 Personen im Verarbeitungssektor tätig, und 40 000 Betriebe in der Schweiz halten Tiere.
Meine Frage an den Bundesrat:
- Ist es vertretbar, in einem Sektor, der einen Viertel des Produktionswerts der Schweizer Landwirtschaft ausmacht und zahlreiche Arbeitsplätze schafft, derart drastische Kürzungen vorzunehmen?
- Warum betreffen die Stellenstreichungen fast ausschliesslich Forschende und nicht das Verwaltungspersonal?
Datos: OpenParlData · CC BY 4.0