Andreas Broger · Die Mitte
Broger-Altstätten: Der Antrag der SVP-Fraktion und der Grünen ist abzulehnen. Ich lege meine Interessen offen: Ich bin Mitglied des wirtschaftspolitischen Beirats der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell.
WILWEST, ein Projekt, das Emotionen auslöst, das verschiedenste Meinungen mit sich bringt, aber auch ein Projekt, das Voraussetzungen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung schafft. Unternehmen erhalten Raum, um sich anzusiedeln oder weiter zu wachsen. WILWEST bedeutet aber auch Arbeitsplätze und Perspektiven für Fachkräfte sowie für junge Menschen, für unsere Zukunft. Auch der Autobahnanschluss bedeutet die nachhaltige Lösung einer unzufriedenstellenden Situation rund um die Ausfahrt Wil. Er schafft eine verbesserte Verkehrsanbindung und somit eine Entlastung. Davon profitieren nicht nur die Wilerinnen und Wiler, vielmehr werden damit zwei zentrale Ostschweizer Verkehrsachsen, St.Gallen–Zürich und Toggenburg–Bodensee, gezielt entlastet.
Damit steht die Region vor einem bedeutenden Meilenstein. Hier geht es um ein Projekt, das nicht nur Wil oder St.Gallen, sondern die gesamte Ostschweiz langfristig stärkt. Erfolgreich umgesetzt, setzt es nicht nur wirtschaftliche Impulse, sondern ist es auch ein Vorbild für eine echte regionale Zusammenarbeit. Es signalisiert, dass die Region den «Kantönligeist» überwinden und eine Blaupause für kooperative Raumentwicklung schaffen kann.
Der «Kantonsratsbeschluss über einen Sonderkredit für die Arealentwicklung Wil West» (33.21.05) wurde vom Stimmvolk abgelehnt, und dies ist nicht sehr lange her. Aber die Überarbeitung hat die Anliegen verschiedenster Interessengruppen erfasst und es konnten verschiedenste Themen berücksichtigt werden. So wurden u.a. auch die Anliegen der Landwirtschaft, Thomann-Pfäfers, nochmals umfassend aufgenommen. Auch das Thema Natur und Biodiversität, ein sehr umstrittenes Thema, hat mit der Überarbeitung klar gewonnen. Eine kontrollierte Verdichtung bremst die Zersiedelung, und somit ist ein sorgsamer Umgang mit dem Boden gewährleistet. Auch wird Platz für Biodiversität und hochwertige Grünflächen geschaffen. Es entstehen neben wirtschaftlich wichtigen Flächen somit auch ein Naherholungsraum mit Gewässern und Bäumen. Wir können damit getrost sagen: Das Projekt, über das wir heute abstimmen, ist nicht mehr dasselbe wie jenes, das die Stimmbevölkerung dereinst ablehnte. WILWEST wurde im Hinblick auf die Kritik massgeblich verbessert und hat eine zweite Chance verdient. Stimmen wir also diesem Zukunftsprojekt für unseren Kanton und die Ostschweiz zu und entscheiden wir uns für WILWEST und gegen das Ratsreferendum.