Jakob Schwarz · EDU

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Grosser Rat (BE)05.03.2024
Jakob Schwarz, Adelboden (EDU), Fraktionssprecher. Für die EDU-Fraktion ist klar, dass die Medien eine wichtige Aufgabe für die Öffentlichkeit erfüllen. Ein kritisches Hinterfragen des staatlichen Handelns gehört auch dazu. Aber sie tragen ebenso eine grosse Verantwortung, weil sich heute Informationen, auch getrieben durch die sozialen Kanäle, in Windeseile verbreiten und sich multiplizieren. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es um mutmassliche Anschuldigungen von Personen geht, die im Dienst der Öffentlichkeit stehen und eine schwierige und sehr herausfordernde Tätigkeit unter enormem Zeitdruck auszuüben haben, wie das bei der Polizei der Fall ist.

«Der Bund» und die BZ haben in diesem Fall rund eine Woche – und damit ganz klar zu lange – zugelassen, dass der Eindruck der Vergleichbarkeit zum Fall George Floyd in den USA hervorgerufen wurde. Obwohl sie aufgrund der Bilder, die ihnen zur Verfügung stehen, und auch aufgrund des am ersten Tag der Veröffentlichung bereits erfolgten Anrufs durch einen zitierten Rechtsmediziner, bereits wissen mussten, dass dieser Vergleich nicht korrekt ist. Online-Kommentare mit dem Begriff Mörder wurden geduldet und die Erkennung eines fraglichen Polizisten wurde durch eine mangelhafte Verpixelung in Kauf genommen.

Wir wissen, dass die Zeitungen unter enormem wirtschaftlichem Druck stehen, der dazu verleiten kann, Sensationen liefern zu müssen, anstatt sachlich fundierte Informationen weiterzugeben. Aber das darf nie dazu führen, dass der Journalistenkodex des Schweizer Presserats in mehreren Punkten derart missachtet wird. Es geht um folgende Punkte: Nichteinhaltung der vollständigen Information mit dem Zurückhalten von Bildern, die zeigen, dass das Knie des Polizisten nicht auf dem ... (Der Präsident bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’orateur de conclure.) ... Hals ist, keine umfassende Wahrheitssuche, eine Wiedererkennung – was persönlichkeitsverletzend ist – und persönlichkeitsverletzende Online-Kommentare.

Die EDU-Fraktion stimmt der Motion einstimmig zu und hätte eigentlich von Tamedia eher eine Entschuldigung erwartet als eine schwache Rechtfertigung, die wir alle erhalten haben.

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