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Ursina Anderegg · Grünes Bündnis

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Stadtrat (BE)20.03.2025Ursina Anderegg, Direktorin BSS

Ursina Anderegg, Direktorin BSS: Vielleicht liegt es an der Uhrzeit, aber irgendwie bin ich nach dieser Debatte ein bisschen verwirrt, um was es eigentlich wirklich genau geht. Ich werde euch jetzt einfach mein Votum ablesen, vielleicht passt es zu dieser Debatte, vielleicht aber auch nicht so ganz. Schon der Vorstoss ist ja nicht so ganz klar gewesen auf dem Tisch, worüber wir eigentlich genau reden wollen; also dann reden wir doch einfach alle über etwas. Aber zum Glück haben wir ja vorhin schon eine sehr gute Debatte gehabt, denn das ist nämlich der Kontext, der auch in dieser Zeitspanne stattgefunden hat, als Eskalationen an den Schulen eben auch vorkamen. Es geht eigentlich um ein sehr ernstes Thema: Es geht um die Antidiskriminierungsarbeit an den Schulen. Ich weiss nicht, wer von euch alles selbst Erfahrung hat in Antidiskriminierungsarbeit, und was sie bedeutet, und wer von euch allen im Schulsystem selbst tätig ist und weiss, was es bedeutet, Lehrer oder Lehrerin zu sein, Schulleiter*in zu sein, und welchen Ansprüchen man gerecht werden sollte, welche die Gesellschaft berechtigterweise an die Schulen stellt. Aber es ist wirklich eine sehr komplexe Angelegenheit. Wir alle wissen auch, dass die Schulen strukturell komplett unterfinanziert sind. Wir wissen aber auch, dass die Schulen im Moment ein grosses Thema haben mit dem Fachkräftemangel. Jetzt haben wir in der Stadt Bern ein Schulsystem, das sehr komplex ist. Ich weiss nicht, wer von euch die Reform der Schulstrukturen auch mitdiskutiert hat. Wir seitens Gemeinderats und Verwaltung haben bildungspolitische Hebel. Wir haben aber auch Grenzen, und diese Grenzen sind bewusst gesetzt worden. Ich persönlich stehe hinter dieser Grenze. Es geht nämlich auch darum, dass die Schulen in ihrem Kontext die Themen auch so aufnehmen können, wie sie stattfinden. Und wir sind uns wohl alle einig, dass es an einer Schule, vielleicht in Bethlehem, andere Problemfelder gibt als an einer Schule im Kirchenfeld. Das eine macht das andere nicht besser oder schlechter, aber es ist so. Und es ist auch gut, dass man dort bedarfsgerecht reagieren kann und entsprechend eben auch Fachpersonen miteinbeziehen kann, so wie es vorhin auch schon geschildert wurde, um dort eben gewisse Bildungslücken für die Lehrpersonen, aber auch für die Schüler*innen zu füllen. Selbstverständlich ist es dem Gemeinderat und mir auch ein grosses Anliegen, dass sich alle Akteur*innen in diesem komplexen System der Schule mit Respekt und Toleranz begegnen, und dass auch die politische Neutralität von all diesen Akteuren vorgelebt wird. Es ist auch wichtig, dass bei jeglicher Art von diskriminierenden Äusserungen oder Darstellungen reagiert wird. Mir ist es ein Rätsel, aber der Vorwurf ist jetzt schon ein paar Mal gekommen, dass man irgendwie die Empörung nicht wahrnehme, und dass es gar keine Empörung gibt, wenn Vorfälle stattfinden. Also ich habe eine sehr grosse Empörung, die aber auch eine sehr gerechtfertigte Empörung war, wahrgenommen in all den Diskussionen, in denen wir uns heute Abend bewegen. Mit dem Thema der diskriminierungskritischen Schulen, das eben verschiedene Diskriminierungskategorien umfasst, setzen sich im Moment verschiedene Akteur*innen – also schon seit sehr lange, aber im Moment vertieft – auseinander, weil der Handlungsbedarf auch virulent auf dem Tisch ist. Es geht vor allem darum, dass wir dort unsere Hebel suchen seitens der Verwaltung. Es gibt jetzt ein Projekt, das habe ich vorhin schon angetönt, das heisst mit dem Arbeitstitel "diskriminierungskritische Schulen", bei dem man verschiedenste Aspekte aufgreifen wird. Die verschiedensten Fachstellen, die wir seitens der Verwaltung haben, werden mitarbeiten. Dabei geht es auch darum, dass man dort in die Schulen hineingeht mit entsprechenden Fachpersonen. Eine ganz wichtige Akteurin ist natürlich die Schulsozialarbeit. Sie haben noch einmal einen anderen Hebel. Sie können auch direkt mit den Schüler*innen arbeiten, sie können auch die Elternarbeit unterstützen bei diesen Themen. Die Auswahl und Nutzung der externen Bildungsangebote – ich glaube, darum geht es vor allem im Kern dieser Vorstösse –, die liegen in der Kompetenz der einzelnen Schulen. Das ist so geregelt. Sie müssen dabei aber regulatorische Vorgaben einhalten; dies ist ein Instrument, das wir auch mitsteuern können. Man kann eben Regulatorien setzen, an die sich alle Schulen halten müssen. Und sie müssen auch die Werte der eigenen Schule berücksichtigen. Darunter fallen zum Beispiel auch die diskriminierungskritische Prüfung und die Berücksichtigung der politischen Neutralität bei solchen Vergaben. Es liegt aber nicht in der Kompetenz des Gemeinderates, auch wenn sich das sehr viele wünschen würden, die Vergaben von Bildungsaufträgen in den Schulen zu überprüfen. Das ist nicht unsere Aufgabe, nicht unsere Kompetenz. Das ist die Kompetenz der Schulen. Und es ist auch nicht in unserer Kompetenz, Angebote von Dritten zu evaluieren oder sogar Verträge aufzulösen. Ich bin aber überzeugt, dass jetzt, aber auch schon damals, die Schulen die Verantwortung mit diesen Regularien sehr ernstnehmen, neben allen Herausforderungen, mit denen sie sonst beschäftigt sind. Sie gehen bei der Auswahl von externen Angeboten gewissenhaft und sorgfältig vor. Und wenn es Verstösse gibt und irgendwelche Relativierungen von rassistischen, antisemitischen, geschlechtsbezogenen oder ableistischen Diskriminierungen, dann gibt es Eskalationsstufen, auch die sind regulatorisch festgehalten. Dort wird man auch reagieren können, wenn das stattfindet. Und selbstverständlich nimmt die Stadt ihre Verantwortung wahr, dort, wo sie eben ihre Hebel sieht, nämlich indem sie die Sensibilisierungsprojekte an den Schulen aktiv fördert, wenn wir dann die Ressourcen dafür haben, und indem die städtischen Fachstellen, wenn sie dann die Ressourcen dafür haben, den Schulen jederzeit zur Verfügung stehen. Das tun sie im Rahmen ihrer Ressourcen. Und die Fachstellen unterstützen und beraten die Schulen auch bei spezifischen Projekten, wenn sie etwas Spezifisches längerfristig implementieren wollen. Und sie geben Empfehlungen zu geeigneten schulischen Angeboten ab, mit verschiedensten Listen, aus denen dann die Schulen aussuchen können, welche Angebote sie für sich beziehen wollen. Merci vielmals.

Wortprotokoll
bern.recapp.ch
Institution
Stadtrat

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