Antwort vom 02. Oktober 2026
zu Frage 1:
Die Massnahmen zur Weiterentwicklung der Bildungsverlaufsdaten werden vom Amt für Statistik erarbeitet. Nach einer längeren Vakanz konnte die zuständige Stelle beim Amt für Statistik im Februar 2026 neu besetzt werden. Seither werden prioritär die statistischen Grundlagen aufgearbeitet, die für die Berechnung von Bildungsindikatoren und für weiterführende Analysen erforderlich sind. Parallel dazu bereitet das Amt für Statistik die vertraglich vorgeschriebenen internationalen Datenlieferungen vor. Diese gewährleisten die internationale Vergleichbarkeit der liechtensteinischen Bildungsdaten.
Für den zweiten Bildungsbericht arbeitet das Amt für Statistik eng mit dem Liechtenstein-Institut zusammen. Ziel ist es, konsistente Datenreihen für mindestens zehn aufeinanderfolgende Berichtsjahre bereitzustellen. Die Aufbereitung ist aufwendig, weil zahlreiche Datenquellen mit unterschiedlichen Definitionen, Zeitständen und Qualitätsniveaus zusammengeführt werden müssen.
Im Bereich der Tertiärbildung wurden mit dem schweizerischen Bundesamt für Statistik sowie dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Abklärungen zur Verbesserung der Datengrundlage durchgeführt. Zudem wird aktuell mit dem Bundesamt für Statistik erneut geprüft, unter welchen Voraussetzungen vertrauliche Einzeldaten zu liechtensteinischen Studierenden grenzüberschreitend übermittelt und mit vorhandenen Daten verknüpft werden können.
zu Frage 2:
Derzeit wird die Kodierung der Ausbildungs- und Berufsfelder revidiert und an die international verwendete Klassifikation ISCED-F 2013 angepasst. Darüber hinaus sind weitere Revisionen der Bildungsstatistik geplant. Diese sollen insbesondere die Datengrundlage und die statistischen Auswertungsmöglichkeiten im Bereich der höheren Berufsbildung auf der Tertiärstufe verbessern, wobei neue Kennzahlen aus diesen Arbeiten bislang noch nicht veröffentlicht werden konnten.
zu Frage 3:
Belastbare Auswertungen und somit auch Aussagen sind derzeit nur eingeschränkt möglich. Für liechtensteinische Studierende an Hochschulen in der Schweiz und in Liechtenstein können gewisse Angaben zu Studienabbrüchen, Studienunterbrechungen, Studienwechseln und Studienerfolgsquoten innerhalb der Tertiärstufe ausgewertet werden, soweit die vorhandenen Daten dies zulassen. Für Studierende in anderen Ländern besteht derzeit keine entsprechende Datengrundlage.
zu Frage 4:
Für liechtensteinische Studierende ausserhalb Liechtensteins liegen keine Einzeldaten vor, die eine Analyse zu Studienverläufen und Abschlüssen über Bildungsstufen hinweg ermöglichen. Eine Verknüpfung mit Angaben zur vorausgehenden Bildungslaufbahn oder zum soziokulturellen Hintergrund ist daher derzeit nicht möglich. Zudem sind bei einzelnen Personengruppen und Fachbereichen die Fallzahlen zu klein, um statistisch belastbare Aussagen zu ermöglichen.
Gründe hierfür sind insbesondere die rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen des grenzüberschreitenden Datenaustauschs, die Heterogenität der Datenquellen, der erforderliche Aufbereitungsaufwand sowie die geringe Grösse einzelner untersuchter Gruppen.
Deshalb kann derzeit kein verbindlicher Zeitpunkt für die Schliessung der Datenlücken genannt werden.
zu Frage 5:
Der zweite Bildungsbericht soll im Frühjahr 2028 veröffentlicht werden. Er wird Analysen zu Bildungsverläufen auf Grundlage der vom Amt für Statistik aufbereiteten Daten enthalten.
Ob und in welcher Form das dauerhafte Bildungsmonitoring mit regelmässiger kohortenbasierter Analysen zu Bildungsverläufen zur Verfügung stehen wird, ist derzeit noch nicht abschliessend bekannt.