Claudine Esseiva · FDP
Es ist auch zu klären, ob der Anbau von Zuckerrüben in der Schweiz wirklich ökologisch sinnvoll ist. Auch dazu gibt es verschiedene Meinungen. Es braucht einen nationalen Expertenbericht. Es gab zudem Berichterstattungen, dass die Bio-Zuckerrüben sogar importiert werden mussten und wir in der Schweiz nicht genügend haben. Das widerspricht der Argumentation der Motionäre. Hier wollen wir Klarheit und keine Fake News.
Wie mein Vorredner schon gesagt hat, ist der hohe Zuckerkonsum eines unserer grössten gesundheitlichen Probleme. Diese Thematik muss in dieser Diskussion unbedingt berücksichtigt werden. Wenn wir schon den Zuckeranbau subventionieren, muss er nachhaltig und im Sinn der Kreislaufwirtschaft konzipiert sein. Das ist aktuell nicht der Fall. Wir haben als Wirtschaftsstandort Schweiz und gerade als Kanton Bern mit der Zuckerfabrik Aarberg ein Interesse daran, dass die Produktion möglichst lokal, nachhaltig und im Sinn der Kreislaufwirtschaft ermöglicht und gefördert wird. Es geht um Arbeitsplätze und um Einflussnahme auf Bestimmungen, wie Zucker produziert werden soll.
Sie sehen also, wir müssen noch viel über das Thema sprechen, was die richtigen Massnahmen sind und was nicht. Diese Motion ist keine fixfertige Lösung, sondern es soll eine Diskussion auf nationaler Ebene angestossen werden. Erlauben Sie mir ein Schmunzeln. Wie schon mein Kollege Köpfli gesagt hat, ist es schon lustig, dass die Bauernlobby, die in diesem Rat, aber auch im Nationalrat, sehr präsent ist, das Instrument einer Standesinitiative braucht, um dieses Thema auf die nationale Ebene zu bringen. Die FDP-Fraktion unterstützt die Motion alles andere als begeistert und mit einer klaren Ansage an die Bauernlobby. Merci vielmals.