Anne Speiser-Niess · SVP
Der 1. Punkt will nichts mehr, als dass man jetzt genau diesem Anbieter die Chance gibt, die integrierte Grundversorgung mit allen Leistungserbringern aufbauen zu können. Welche Leistungserbringer sind das? Das sind die Altersheime, das ist die Spitex, das ist das Geburtshaus Maternité Alpine, das sind die Hausärzte. Das ist aber auch, dass die integrierte Grundversorgung gerade auch die Abdeckung des Tourismus in den Wintermonaten, aber auch in den Sommermonaten sicherstellen kann.
Beim GSS-Projekt war geplant – das ja auch eine private Organisation gewesen wäre –, dass dort der Kanton Unterstützung gibt. Und mit dem 2. Punkt wollen wir, dass der Privatanbieter auch Unterstützung bekommt. Aber ich will hier schon auch gleich erwähnen, dass es weniger Geld ist, als das, was das GSS-Projekt bekommen hätte.
Der 3. Punkt ist ein sehr wichtiger Punkt: Wenn wir die integrierte Grundversorgung in der Region sicherstellen wollen, dann müssen wir das in enger Zusammenarbeit mit allen Leistungserbringern machen. Und der jetzige Betreiber des Spitals Zweisimmen, die STS AG, ignoriert das schlichtweg. Am 9. Januar 2024 hat ein grosses Hearing mit allen Leistungserbringern in der Region stattgefunden. Die STS AG war eingeladen. Zuerst hat sie sich abgemeldet und nachher haben Sie eine Zweierdelegation geschickt, eine HR- und eine Kommunikationsdelegation. Von den Chefärzten konnte niemand anwesend sein.
Ob ich wandle, lasse ich noch bis nach der Diskussion offen. Ich appelliere wirklich an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen: Sie haben es in der Hand, ob die integrierte Grundversorgung eine Chance hat, wirklich auch in den nächsten Monaten sichergestellt werden zu können. Denn eines ist klar: Wenn wir jetzt all diesen Vorstössen eine Abfuhr erteilen, hat die STS AG die grüne Karte, um das Spital im Eiltempo zu schliessen – ohne, dass wir eine Lösung haben, wie nachher das Gesundheitsnetz oder das Gesundheitszentrum aussehen soll.
Bis jetzt hat man eigentlich eine sehr schlechte Ausgangslage. Ich zitiere: Im Obersimmental hat man 2,65 Vollzeitstellen an Hausärzten. Im Saanenland hat man 2,3 Vollzeitstellen an Hausärzten. Und wenn diese in Zukunft unsere integrierte Versorgung sicherstellen und die Notfälle abdecken sollen, haben wir schlichtweg einen Kollaps im Gesundheitswesen.
Die SVP-Fraktion wird die drei Vorstösse mehrheitlich als Postulate unterstützen. Einzelne werden sie auch als Motion unterstützen. Wie gesagt, ob ich einzelne Punkte wandle, werde ich nach der Diskussion sagen. Ich danke, wenn Sie diese Vorstösse zugunsten der integrierten Versorgung in der Region Obersimmental-Saanenland unterstützen. Besten Dank für die Aufmerksamkeit.