David Stampfli · SP
Etwas überrascht war ich über den Vergleich mit dem Militär, aber er bringt mich natürlich auf einen sehr guten Punkt. Es wurde jetzt mehrfach erwähnt, dass dies für die Wirtschaft und für die KMU fast nicht zu realisieren sei. Aber dann muss ich sagen: Dann weiss ich nicht, weshalb wir in der Schweiz überhaupt noch eine Milizarmee haben, denn diese gehen ja alle in den Wiederholungskurs, und das ist für die Wirtschaft problemlos möglich.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, eine Elternzeit ist nicht etwas, das wir neu erfunden haben. Es ist gemeinhin bekannt, dass eine Elternzeit in ganz vielen anderen, insbesondere europäischen Ländern Usus ist, insbesondere gerade in Skandinavien – dort wird übrigens nicht nur gefischt. Aber auch in Deutschland, in Frankreich, in unseren direkten Nachbarländern ist Elternzeit ganz normal.
Und es ist ja nicht so, dass die SP diese Elternzeit erfunden hätte, und es ist auch nicht so, dass wir die Rahmenbedingungen, die wir in unsere Initiative vorstellen, erfunden hätten. Es ist die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF), die einen Vorschlag entwickelt hat, wie eine solche Elternzeit in der Schweiz ausgestaltet sein könnte. Der Vorschlag der EKFF ist sogar: 4 Wochen für die Mutter, 4 Wochen für den Vater, und den Rest aufteilen. Wir haben uns nachher entschieden, dies ein bisschen anzuheben. Wir wollen wirklich die Väter in Pflicht nehmen und ihnen 6 Wochen fix geben. Aber es ist nicht so, dass die 12 Wochen dann bei der Mutter wären. Nein, je nach Situation der Eltern können sie dies dann aufteilen, und wir wären durchaus der Meinung, dass die Väter unbedingt mehr übernehmen sollten. Aber auf der anderen Seite – und dies wurde von den Gegnern und Gegnerinnen hier kaum erwähnt – muss man auch den Mutterschutz hochhalten. Schliesslich ist es immer noch die Mutter, die das Kind gebärt.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ja, es braucht Mut, es braucht Mut, so etwas Neues anzupacken, aber es lohnt sich. Vor Kurzem war es gerade wieder in den Medien: Wie können wir dem Fachkräftemangel begegnen? Die Antwort ist einfach: Bringen Sie die Frauen auf den Arbeitsmarkt. Heute reduzieren die Frauen viel mehr, wenn sie ein Kind bekommen, und steigen dann in einem viel weniger hohen Prozentbereich wieder in den Arbeitsmarkt ein, wenn überhaupt. Eine Elternzeit – dies zeigen alle anderen Länder – bewirkt, dass insbesondere die Mütter in einem viel höheren Prozentbereich wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen. Deshalb: Elternzeit ist das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel, und genau dies ... (Der Präsident bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’orateur de conclure.) Kurz, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, geben Sie sich einen Ruck. Es ist Zeit für Elternzeit.