Fredy Louis · SVP
Louis Fredy-Nesslau (im Namen der SVP-Fraktion): Die Interpellantin ist mit der Antwort der Regierung teilweise zufrieden. Ich lege meine Interessen offen: Ich bin Landwirt und Bekannter der betroffenen Familie.
Was muss denn noch geschehen? Die Meldungen von Wolfssichtungen in bewohnten Gebieten sind an der Tagesordnung. Regelmässig werden Wölfe in der Nähe des Siedlungsgebiets beobachtet. Die Regierung schreibt vor wenigen Tagen in der Antwort zu einer Einfachen Anfrage, dass die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität habe und dass in Zukunft die gesetzliche Grundlage vollumfänglich ausgeschöpft werde. Erst letzten Freitagmorgen um 7 Uhr spazierten drei ausgewachsene Wölfe direkt vor der Haustür eines Einfamilienhauses vorbei – dies trotz regem Alltagsbetrieb. Zwei Buben im Alter von fünf und sieben Jahren sind beinahe den Wölfen vor die Schnauze gelaufen. Nicht auszudenken, wie die Situation verlaufen wäre, wenn die Buben etwas früher das Haus verlassen hätten und die Wölfe erschrocken wären oder sich eingeengt gefühlt hätten.
Die Regierung betrachtet das Verhalten der Wölfe in der Antwort zu unserer Interpellation als natürlich. Damit weigert sich die Regierung gegen eine dringend notwendige Abschussfreigabe der drei Wölfe. Das ist für uns unverständlich. Die eidg. Jagdverordnung (SR 922.01; abgekürzt JSV) verlangt eine Gefährdung für Menschen und dass die Wölfe die Scheu verloren haben. Was, wenn nicht solche Situationen, ist denn eine Gefährdung für Kinder? Das kann es doch nicht sein, dass sich Kinder und Wölfe auf dem Schulweg kreuzen und dass der Schutz der Wölfe vor den Schutz unserer Kinder gestellt wird. Geschätzte Damen und Herren der Regierung, Sie stehen in der Verantwortung, wenn ein tragisches Ereignis passiert.