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Belinda Nazan Walpoth · SP

de
Grosser Rat (BE)08-03-2023
Belinda Nazan Walpoth, Bern (SP), Motionärin. Ja, schade; ich habe gedacht, ich müsste nicht mehr sprechen. Die Sache sollte doch für alle jetzt irgendwie akzeptabel sein. Ärzteorganisationen und die WHO fordern seit Jahren, Wiederbelebungstraining in den Schulen einzuführen. Ich soll jetzt in zwei Minuten nun erklären, warum es sehr wichtig ist, dass man den Reanimationsunterricht in den Schulen – wie es schon in den anderen Ländern heute schon möglich ist und auch im Kanton Tessin –, verankern sollte. In den skandinavischen Ländern ist der Unterricht sogar in der Primarstufe verankert – gesetzlich, notabene. Dadurch konnte man evidenzbasiert eine Verbesserung des Outcome nach Reanimation erzielen.

Was ist das für eine Bildungsdebatte, wenn wir die elementarsten Skills im Lebensnotfall unseren Jungen hier nicht weitergeben können? Neun Minuten dauert es im Schnitt, bis der Rettungswagen bei einem Notfall eintrifft. Nach einem dreiminütigen Sauerstoffstopp ist das Gehirn aber häufig bereits schon geschädigt. Wir alle hier waren ja sehr bestürzt, als wir vom plötzlichen Herztod unseres Kollegen Abplanalp hörten. Der erste Gedanke bei mir war: Hätte man ihn retten können?

Die mit Abstand meisten Kreislaufstillstände ereignen sich im privaten Umfeld. Der Kampf eben dagegen, gegen diesen plötzlichen Herztod, ist nicht auf dem Notfall, nicht auf der Intensivmedizin, nicht im Herzkatheterlabor, sondern vor Ort, in der Minute. Das macht den Unterschied. Die Fachgesellschaften haben die Abläufe sehr vereinfacht. Dagegen fehlt eine flächendeckende Ausbildung der Bevölkerung. Es nützt einfach nichts, wenn Sie diese bunten AED-Kästchen an die Wand hängen, wenn es niemand in nützlicher Frist benutzen kann.

Geben Sie unserer Zukunft eine Chance, in der Schule die notwendigen Skills zu erlernen, zumindest zu überprüfen. Was ist das für eine Message nach aussen, wenn wir es nicht einmal überprüfen wollen? Die Kosten sind minimal. (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.) Also: Es gibt überhaupt keine Kosten, denn das Lehrmaterial wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Samariter-Instruktorinnen machen das, die Lehrerschaft wird also nicht belastet. (Der Präsident bittet die Rednerin erneut, zum Schluss zu kommen. / Le président demande encore une fois à l’oratrice de conclure.) Die Gemeinde darf unabhängig bleiben. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

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