Kornelia Hässig Vinzens · SP
Sie zeigt, was wir schon lange vermuten, nämlich dass der Flächenbedarf für unseren Individualverkehr enorm gross ist. Die Grafik zeigt, dass wir quasi doppelt so viel Flächen durch befestigte Strassen und Wege verbaut haben als Flächen, die durch Gebäude belegt sind. Rund 12’000 Hektaren sind also Strassen und Wege, und die Tendenz ist steigend. Die Verkehrsfläche ist in den letzten 6 Jahren, in denen man das jetzt eben erfasst hat, kontinuierlich um 1 Prozent gewachsen und hat wertvolles Kulturland weggefressen.
Konkret sind das 114 Hektaren oder rund 114 Fussballplätze oder jährlich eben 20 Hektaren oder 20 Fussballplätze, die Jahr für Jahr verschwinden. In der gleichen Zeit hat auch die Siedlungsfläche kontinuierlich zugenommen, um 4 Prozent, was ca. 240 Hektaren ausmacht oder eben jährlich 40 Hektaren. In den letzten 6 Jahren haben wir also insgesamt mindestens 360 Fussballfelder Land verbaut. Das ist enorm, das sind 60 Fussballplätze pro Jahr oder eben 60 Hektaren. Ich nehme an, die Landwirte unter Ihnen wissen noch, was eine Hektare ist, und können damit etwas anfangen.
Rund ein Drittel trägt der Verkehr dazu bei, und rund zwei Drittel immer noch die Siedlung. Die BaK-Minderheit ist der Ansicht, dass wir diese Entwicklung im Auge behalten müssen, und deshalb macht es nach der Minderheit absolut Sinn, dass man alle 4 Jahre die Flächen wieder erhebt. Wir brauchen keine jährliche Erfassung, wie man dies jetzt für die letzten Jahre gemacht hat, sondern dass man dranbleibt und alle 4 Jahre die Flächen wieder erfasst und diese Grafik quasi aktualisiert.
Ich möchte Sie daran erinnern, weshalb diese Abbildung überhaupt in diesem Bericht ist. Wir haben 2018 – wir hier in diesem Saal – dem Kanton den Auftrag gegeben mit einer Planungserklärung zum damaligen Raumplanungsbericht, dass man eben prüfen soll, ob man so ein Flächenmonitoring machen kann, und diese Planungserklärung haben wir hier in diesem Saal damals mit 148 zu 0 Stimmen angenommen. Also, wir alle haben den Prüfungsauftrag gegeben, und die Regierung hat nicht nur geprüft, sondern sie hat es auch gleich gemacht, und dafür möchte ich der Regierung sehr herzlich danken, respektive der Verwaltung oder dem Amt.
Weshalb also jetzt die vorliegende Planungserklärung? Wie üblich stellen wir Fragen zu den Geschäften und wir bekommen auch Antworten dazu. Aus einer Antwort ist hervorgegangen, dass die vorliegende Erhebung nicht mehr weitergeführt werden soll. Dies findet eine BaK-Minderheit nicht zielführend. Wenn man jetzt schon so eine wertvolle Basis hat, sollte man das Ganze auch weiterführen. Es ist klar, sonst ist es schade für den Initialaufwand.
Es ist klar, dass man jetzt nicht alle Jahre einen grossen Aufwand machen muss, aber dass man diese Grafik im nächsten Raumplanungsbericht wieder bringt und dass man dann wieder sieht, ob dies weiter so kontinuierlich zunimmt oder nicht. Das dünkt uns sehr wichtig, und ich hoffe eigentlich auch, dass mindestens die Landwirte unter Ihnen auch daran interessiert sind, weiterzuverfolgen, wie der Verlust von wertvollem Kulturland weitergeht. Irgendwann müssen wir uns vielleicht dann wirklich einmal grundsätzliche Gedanken machen, wie man dies stoppen könnte. Ich bitte Sie alle deshalb, wie damals dieser Planungserklärung einstimmig zuzustimmen. Merci vielmals.