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Stadtrat (BE)02-05-2024Olga Pisarek für die

Olga Pisarek: Im Namen der Arbeitsgruppe Migration des Feministischen Streitkollektivs Bern möchten wir Ihnen unsere Argumente zu unserer Partizipationsmotion mitteilen. Wir haben den Bericht des Gemeinderates zur Partizipationsmotion zur Kenntnis genommen. Wir möchten dazu auch unsere Stellungnahme mit Ihnen teilen. Das Feministische Streikkollektiv Bern mit Unterstützung der SP-Migrantinnen Kanton Bern begrüsst, dass der Gemeinderat festhält, dass Angebotslücken bestehen. Das gilt besonders für Migrantinnen, die häufig zusätzlich zu ihrer Arbeitstätigkeit Familienbetreuungsarbeit wahrnehmen. Wir begrüssen auch, dass der Gemeinderat festhält, dass die Finanzierungswege für Personen fehlen, die keinen Anspruch oder keinen Zugang zu sozial staatlichen Leistungen haben oder zu Angeboten, wie beispielsweise zu arbeitsmarktlichen Massnahmen oder Arbeitsintegrationsangeboten.

Damit werden aber nur einige Aspekte von vielen thematisiert. Die Bedürfnisse der Migrationsbevölkerung, im Besonderen der Migrantinnen, sind heterogen. Es geht um hochqualifizierte Personen, die ihre Kompetenzen nicht nutzen können oder dürfen, da ihre Diplome in der Schweiz nicht anerkannt sind. Es geht um Personen mit wenig Qualifikationen, um Vereinbarkeit von Familie und Kinderbetreuung, um Schwierigkeiten bei der beruflichen Integration und um nicht existenzsichernde Arbeitsverhältnisse. Diese Feststellung des Gemeinderates ist unvollständig. Zu erwähnen sind etwa Diskriminierungen bei einer Anstellung aufgrund der Hautfarbe oder der Religion, fehlende Anerkennung von Diplomen und von Kompetenzen oder geringe Sprachkenntnisse oder dass die Kinderbetreuung in den meisten Fällen von der Mutter allein wahrgenommen wird. Zum Beispiel arbeiten Migrantinnen oft als Reinigungskraft oder machen andere prekäre Arbeit. Sie haben Schwierigkeiten, angemessene Kinderbetreuung zu finden, die ihnen ermöglicht, gleichzeitig zu arbeiten und an Deutschkursen teilzunehmen, um ihre Berufsaussichten zu verbessern.

Viele muslimische Migrantinnen erleben regelmässig Vorurteile und Diskriminierung aufgrund ihres Kopftuchs während Vorstellungsgesprächen, was ihre Berufschancen stark beeinträchtigt. So werden viele hochqualifizierte Migrantinnen regelmässig aufgrund ihres Akzents und ihrer nicht deutschen Herkunft bei Bewerbungen diskriminiert, was ihre Suche nach einer angemessenen Anstellung behindert.

Die Suche nach Unterstützung gestaltet sich für die Migrationsbevölkerung zudem aktuell als sehr kompliziert. Es ist sehr schwierig, Informationen über die bestehenden Programme zur Unterstützung von Migranten bei der Arbeitsintegration zu finden. Diese Angebote sind vielen Menschen nicht bekannt, einschliesslich das RAV. Die Dienste der Asylsozialhilfe informieren ihre Klienten nicht aktiv über diese Angebote. Und es ist auch sehr schwierig, von ihnen Unterstützung für die Teilnahme an solchen Programmen zu erhalten, wenn die Klienten selbst darum bitten.

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