Sursiglir al cuntegn principal

Anna Leissing · Grünes Bündnis

de
Stadtrat (BE)25-04-2024Anna Leissing (GB) für die

Anna Leissing (GB) für die Fraktion: Vieles wurde von meinem Vorredner Michael Sutter schon gesagt. Die vorliegende Motion stammt aus dem Jahr 2016, sie wurde im April 2018 vom Stadtrat überwiesen. Schon zweimal wurde eine Fristverlängerung gewährt, die letzte bis im Dezember 2023. Bei allem Verständnis für langwierige Prozesse in der Raum- und Verkehrsplanung, eine weitere Verzögerung des doch eigentlich recht simplen Anliegens bis 2028 – es geht also um eine Aufwertung einer einzigen Strasse in der Innenstadt – ist aus Sicht der GB/JA!-Fraktion kaum zu begründen. Wir lehnen die Fristverlängerung darum ab und nehmen den Antrag der PVS an, der die Frist bis spätestens 2026 setzt. Wir wollen damit den politischen Willen zu einer Reduktion des MIV in der Innenstadt und zu einer fussgänger*innen- und velofreundlichen Innenstadt, den das Parlament und der Gemeinderat immer wieder aufs Neue auch bekunden, Nachdruck verleihen; Nachdruck für eine tatsächliche substanzielle Aufwertung der Zeughausgasse und von weiterem öffentlichen Raum in der Innenstadt. Der Gemeinderat erwähnt in diesem Kontext die begrünten Parklets, also die Sitzgelegenheiten, die bei den umliegenden Hotels und Gewerben auf breite Akzeptanz stossen. Aber ganz ehrlich: Akzeptanz ist noch nicht wirklich ein Indikator für eine Aufwertung. So richtig schön zwischen all diesen parkierten und fahrenden Autos inmitten des Betons, so richtig schön ist es zumindest aus meiner Sicht dort nicht. Für eine wirkliche Aufwertung braucht es mehr als ein paar zerquetschte Sitzgelegenheiten. Es braucht eine überzeugende Vision, eine Vision, die eben nicht durch die langwierigen Prozesse irgendwann im Verlauf der Zeit wieder entschwindet. Wir wünschen uns deshalb vom Gemeinderat ein mutiges und proaktives Herangehen, nicht nur an die Aufwertung der Zeughausgasse, sondern ganz allgemein an die Umsetzung des Verkehrskonzepts Innenstadt, das in der Antwort auch erwähnt wird. Wir wünschen uns, dass der Gemeinderat die Vision einer autofreien Innenstadt voranbringt, und zwar indem er die Vorteile betont, die solch eine autofreie Innenstadt für alle bringt – wenn nicht autofrei, dann zumindest mit weniger individuellem, motorisiertem Verkehr.

Ein Vorteil davon ist der Platz, der frei wird für die Begegnungen, für das Flanieren, für das Verweilen. Ein Vorteil ist die erhöhte Sicherheit für Fussgänger*innen, vor allem auch Kinder. Ein Vorteile ist die Lärmreduktion. Ein Vorteil ist die Luftverbesserung und, und, und. Deshalb zusammengefasst: Wir wünschen uns, dass bis 2026 vorwärtsgemacht wird mit all dem, was vom Anliegen dieser Motion bis dahin möglich ist, und ganz grundsätzlich eine mutigere und proaktivere Politik im Sinn eines lebenswerten öffentlichen Raums und der Reduktion des motorisierten Individualverkehrs in der Stadt Bern. Merci vielmals.

Protocol dal pled
bern.recapp.ch
Instituziun
Stadtrat

Datas: OpenParlData · CC BY 4.0