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Bundeshaus-Café "Vallotton". Erweiterung

(99.3532)PostulatErledigt
Schweiz08-10-1999
Profil
Tip
Postulat
Status
Erledigt
Parlament
Schweiz
Numer
99.3532
Cumenzament
08-10-1999
Referenzas & funtauna
Funtauna uffiziala
Profil uffizial
ID externa
19993532
Contribuziuns(9)
Cronologia(3)
  • Erledigt
  • Zurückgezogen
    Nationalrat
  • Im Rat noch nicht behandelt
Texts(3)
  • Titel des GeschäftesTEXT
    Bundeshaus-Café "Vallotton". Erweiterung
  • Eingereichter TextTEXT

    Die Verwaltungsdelegation wird eingeladen zu prüfen, wie das Bundeshaus-Café Vallotton erweitert werden kann.

  • BegründungTEXT

    Wer das Café Vallotton während der Parlamentssessionen betritt, hat oft den Eindruck, hier solle die Szene kurz vor dem Apfelschuss in Schillers Wilhelm Tell dargestellt werden, wo es heisst: "Des Raumes Enge wehret den Verfolgern."

    Die Umfunktionierung des früheren Zeitungszimmers in eine Cafeteria sicherte dem ehemaligen Nationalratspräsidenten Vallotton bleibenden Nachruhm und die Dankbarkeit ganzer Parlamentariergenerationen.

    Diese segensreiche Einrichtung hatte eine durchaus staatspolitische Funktion. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg startete der LdU eine Initiative zur Reform des Nationalrats, die nach ihrem Urheber als "Pfändler-Initiative" bezeichnet wurde. Die Diskussion darüber fand im Parlament während des Krieges statt. Dabei spielte die mangelnde Präsenz bei parlamentarischen Abstimmungen eine grosse Rolle, oft verbunden mit dem Hinweis auf die strenge Bestrafung des Wehrmannes, der seinen Posten verlässt. Die Cafeteria im Bundeshaus mit der Klingel, die zu den Abstimmungen rief, war also eine griffige Massnahme gegen die missliebige Initiative, die dann auch abgelehnt wurde. Das Café Vallotton dagegen blieb glücklicherweise.

    Dies erlaubt die Quintessenz, die mindestens für das erwähnte Volksbegehren gilt, dass gelegentlich nicht mehr herausschaut als eine Cafeteria, dass es aber in der Eidgenossenschaft unter Umständen eine Volksinitiative braucht, um eine Kleinigkeit, wie eine Cafeteria, installieren zu können. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens eine Erweiterung bloss eines Postulats bedarf.

    Die Bundeshaus-Cafeteria ist ein Ort der Begegnung zwischen Parlamentsmitgliedern untereinander, aber auch zwischen Parlamentariern und Journalisten, Beamten und teilweise auch der Bevölkerung (sofern sie das Bundeshaus besucht) im Allgemeinen. Diesem unbestrittenen Bedürfnis vermag die jetzige Lösung in keiner Weise zu genügen: Oft sind keine Plätze mehr frei, man fühlt sich beengt und im kleinen Raum verhindert der übermässige Geräuschpegel sinnvolle Gespräche.

    Unter diesen Umständen drängt sich eine Erweiterung zwingend auf. Zudem soll das Bundeshaus, das ja auch die Funktion eines "Nationalmonuments", einer Versinnbildlichung der Eidgenossenschaft, hat, eben nicht nur ein Haus der Parlaments, sondern auch des ganzen Volkes, konkret der Bundeshausbesucherinnen und -besucher, sein.

Datas: OpenParlData · CC BY 4.0