Transparenz über Risiken und Abhängigkeiten bei Lebensmittelimporten
(26.4610)- Tip
- Motion
- Status
- Eingereicht
- Parlament
- Schweiz
- Numer
- 26.4610
- Cumenzament
- 02-10-2026
- Funtauna uffiziala
- Profil uffizial
- ID externa
- 20264610
- Martin HübscherSchweizerische Volkspartei
- Katja Stettler-RiemSchweizerische Volkspartei
- Martin HaabSchweizerische Volkspartei
- Andreas GafnerEidgenössisch-Demokratische Union
- Hans Jörg RüegseggerSchweizerische Volkspartei
- Eingereicht
- Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, das Monitoring der wirtschaftlichen Landesversorgung bei strategisch relevanten Lebensmittel-Wertschöpfungsketten zu vertiefen und die Transparenz über bestehende Import- und Lieferantenabhängigkeiten zu verbessern.
- Titel des GeschäftesTransparenz über Risiken und Abhängigkeiten bei Lebensmittelimporten
- Begründung
Die sichere Versorgung der Schweiz mit strategisch relevanten Lebensmitteln und notwendigen Vorleistungen ist ein zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Landesversorgung. Gerade bei importabhängigen Wertschöpfungsketten können hohe Konzentrationen auf einzelne Herkunftsländer, Lieferanten oder Importakteure jedoch zu erheblichen Versorgungsrisiken führen. Solche Abhängigkeiten können sich bei geopolitischen Krisen, Handelsunterbrüchen, Pandemien oder anderen Störungen rasch verschärfen.
In einzelnen Wertschöpfungsketten haben die Importkapazitäten zugenommen und sich die Importstrukturen aufgrund von Konzentrationsprozessen verdichtet. Im sensiblen Getreidemarkt konzentrieren sich beispielsweise die Importmengen von Halbfabrikaten und Backwaren von rund 155’000 Tonnen zu rund zwei Drittel auf die zehn grössten Importeure (bei Teiglingen mit Tarifnummern 1901.20 zu 67% und bei Backwaren mit Tarifnummer 1905.90 zu 61%).
Heute bestehen zwar verschiedene Instrumente zur Beobachtung der Versorgungslage. Für eine vorausschauende Beurteilung der Risiken ist jedoch entscheidend, nicht nur die Verfügbarkeit von Waren, sondern auch die Struktur der entsprechenden Importmärkte zu kennen. Erkennbar sollte sein, welche Mengen importiert werden, wie stark die Importe auf einzelne Akteure oder Herkunftsländer konzentriert sind und bei welchen Produkten besondere Abhängigkeiten bestehen. Zudem hält der Bundesrat seiner Antwort vom 13.05.2026 zur 26.3381 Motion Rüegsegger fest , dass die Sicherheitspolitische Strategie 2026 die wirtschaftliche Landesversorgung mit Massnahmen unter dem Ziel 5 berücksichtigt wird.
Mehr Transparenz ermöglicht es Bund, Parlament, Wirtschaft und Öffentlichkeit, kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt Massnahmen zur Stärkung der Resilienz der Versorgungsketten zu prüfen. Dabei geht es nicht darum, schutzwürdige Geschäftsgeheimnisse oder wettbewerbsrelevante Einzelinformationen offenzulegen. Vielmehr sollen die für die Beurteilung der Versorgungssicherheit im Bereich der Ernährung wesentlichen Importstrukturen und Konzentrationsrisiken nachvollziehbar ausgewiesen werden.
Datas: OpenParlData · CC BY 4.0