Nationale Koordinationsstelle für Digitalisierung und KI bei beweglichem Kulturgut
(26.4478)- Tip
- Motion
- Status
- Eingereicht
- Parlament
- Schweiz
- Numer
- 26.4478
- Cumenzament
- 01-10-2026
- Funtauna uffiziala
- Profil uffizial
- ID externa
- 20264478
- Erich EttlinDie Mitte
- Ständerat
- Eingereicht
- Titel des GeschäftesNationale Koordinationsstelle für Digitalisierung und KI bei beweglichem Kulturgut
- Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf bestehende Strukturen eine nationale Koordinationsstelle für die Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz bei beweglichem Kulturgut einzurichten. Sie ermöglicht Museen, Bibliotheken und Archiven den Erfahrungsaustausch und fördert die Abstimmung gemeinsamer Standards und Methoden. Die dafür erforderlichen Mittel sind in der Kulturbotschaft 2029–2032 vorzusehen.
- Begründung
In seiner Antwort auf die Interpellation 26.3097 misst der Bundesrat der Digitalisierung der Museen grosse Bedeutung bei, anerkennt das Potenzial künstlicher Intelligenz und die Notwendigkeit, die entsprechenden Arbeiten zu koordinieren. Was fehlt, ist die verbindliche Umsetzung. Koordination ist aus drei Gründen elementar:
Ohne Koordination entstehen Doppelspurigkeiten und Ineffizienz. Der Bundesrat hält selbst fest, dass Austausch bewährter Praktiken und Zusammenarbeit bei Standards, Methoden und Tools wesentlich zur Effizienz beitragen. Ohne gemeinsames Vorgehen bauen hunderte Institutionen parallele, inkompatible Lösungen auf – mit doppelten Kosten und vergeudeten öffentlichen Mitteln.
Interoperabilität und KI setzen gemeinsame Standards voraus. Digitale Sammlungen werden nur auffindbar, verknüpfbar und nachnutzbar, wenn sie gemeinsamen Standards folgen. Gerade KI verlangt strukturierte, standardisierte Daten und gemeinsame ethische Leitlinien – an denen der Bund noch arbeitet. Unkoordiniert entstehen Insellösungen, die beides untergraben.
Die Ziele sind gesetzt, die Umsetzung fehlt. Die Kulturbotschaft 2025–2028 setzt auf eine enge Kooperation der Kultureinrichtungen, das Kulturerbe-Konzept 2023 nennt die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen und Kompetenzen als Priorität und «dringende Massnahme». Das Konzept hält jedoch selbst fest, dass ein Rahmen zur Abstimmung der bestehenden Strukturen bisher fehlt – und es ist unverbindlich.
Auf der Ebene des Austauschs ist mit dem Forum Kulturerbe seit 2025 ein Anfang gemacht; dabei handelt es sich aber um eine periodische Fachveranstaltung, nicht um eine operative Koordinationsstelle für Digitalisierung und KI. Genau diese Lücke schliesst die Motion – gestützt auf bestehende Strukturen, ohne neue Doppelstrukturen zu schaffen.
Datas: OpenParlData · CC BY 4.0