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EURO 2008 - willkommen in Olten

(48542)Interpellation
Gemeindeparlament Olten (SO)22-03-2007
Profil
Titel cumplet
Interpellation Rolf Schmid (FdP-Fraktion) und Mitunterzeichnende betr. EURO 2008 - willkommen in Olten/Beantwortung
Status
Interpellation
Numer
48542
Cumenzament
22-03-2007
Referenzas & funtauna
Funtauna uffiziala
Profil uffizial
ID externa
48542
Contribuziuns(1)
Cronologia(3)
Texts(1)
  • BeschreibungHTML
    22 da mars 2007
    "Am 25. Januar 2007 wurde von Rolf Schmid (FdP-Fraktion) und Mitunterzeichnende eine Interpellation mit folgendem Wortlaut eingereicht:

    „Vom 7. – 29. Juni 2008 wird die Schweiz, gemeinsam mit Österreich, die Fussball-Europameister-schaft 2008 austragen. Ein sportliches Highlight und ein Grossereignis. In der Schweiz wird es in den Städten Zürich, Bern, Basel und Genf Länderspiele geben. Aber auch Olten wird vom EM-Fieber erfasst werden. Nicht nur weil viele Oltnerinnen und Oltner fussballbegeistert sind, sondern auch weil unsere Stadt aufgrund ihrer hervorragenden geografischen Lage – genau im Zentrum von drei Austragsorten – möglicherweise von vielen ausländischen Gästen und Fussball-Fans besucht und vielleicht gar als Ort für Übernachtungen genutzt wird. Dies ist für Olten eine Chance. Die EURO 2008 soll auch in Olten ein tolles Fest werden. Es drängen sich deshalb bereits heute ein paar Fragen auf, um deren Beantwortung der Stadtrat gebeten wird.

    Frage 1: Grundsätzlich
    Erachtet der Stadtrat die EURO 2008 als eine Chance für Olten und falls ja, wie möchte er diese nutzen? Wie kann Olten nachhaltig von der EURO 2008 profitieren ?

    Frage 2: Standortmarketing
    Wie gedenkt der Stadtrat den EURO-Besuchern Olten attraktiv zu präsentieren, sie hierher einzuladen und Olten als Ort für Übernachtungen und die Zeit zwischen den Spielen anzupreisen? Sind spezielle Aktionen geplant? Wie kann Olten die EURO 2008 für Standortmarketing nutzen?

    Frage 3: Ein Fest für die Bevölkerung von Olten (Public Viewing)
    Ausser in den vier Austragungsorten werden in rund 17 weiteren Städten so genannte „Public Viewing“-Zonen (oder „Fan-Meilen“) eingerichtet. Bis spätestens Mitte Jahr sollen die Standorte feststehen. Bisher zählt Olten nicht zu den ausgewählten Orten, dabei wäre unsere Stadt prädestiniert für einen solchen Anlass. Es ist immer noch möglich sich als „Public-Viewing“-Standort zu bewerden. Dies muss jetzt dringend und mit Nachdruck geschehen. Beabsichtigt der Stadtrat Olten als Bewerberin für einen „Public Viewing“-Standort anzumelden? Wie gedenkt der Stadtrat in dieser Sache vorzugehen, so dass die Bewerbung erfolgreich ist?

    Frage 4: Aktionen von Gewerbe und Privaten (Privat Public Partnership)
    Es ist nicht Aufgabe der Stadt unternehmerische Risiken einzugehen und selber Anlässe und Feste durchzuführen. Deshalb sollen private Initianten und das Gewerbe motiviert werden aktiv zu werden. Planen diese während der EURO 2008 besondere Aktionen für die Öffentlichkeit, so sind sie auf das Wohlwollen und die Unterstützung der Behörden angewiesen. Zudem braucht es für eine geordnetes EURO-Fest in Olten eine gewisse Koordination (z.B. für Anlässe bei den Sportstätten oder auf öffentlichen Plätzen). Deshalb folgende Fragen: Begrüsst der Stadtrat grundsätzlich gewerbliche und private Initiativen im Zusammenhang mit der EURO 2008? Ist der Stadtrat bereit solche Aktionen zu unterstützen und wenn nötig unbürokratisch zu handeln? Wie sieht die Stadt ihre Rolle und wie soll die Zusammenarbeit mit Privaten erfolgen?

    Frage 5: Verkehr, Infrastruktur und Sicherheit
    Falls sich die Erwartungen erfüllen und viele Fussball-Fans tatsächlich auch in Olten halt machen, stellen sich Fragen in den Bereichen Verkehr, Infrastruktur und Sicherheit. Insbesondere muss sichergestellt werden, dass wohnen, arbeiten, verweilen und einkaufen in Olten trotz allen begrüssenswerten Aktionen zur EURO 2008 auch während dieser Zeit möglichst ungehindert bleibt, denn nicht ganz alle Oltnerinnen und Oltner sind Fussball-Fan.
    Deshalb folgende Fragen:


    a) Sind besondere verkehrstechnische Massnahmen vorgesehen oder müssen solche vorgesehen werden (zusätzliche Parkplätze, Ausschilderung, etc.)?
    b) Welche zusätzliche Infrastruktur braucht Olten für die Zeit der EURO 2008? Ist beispielsweise vorgesehen, dass in Olten zusätzliche Übernachtungs-möglichkeiten angeboten werden (z.B. Standplatz für Camper, Fan-Camp)? Wer wird diese gegebenenfalls errichten – Private oder die Stadt?
    c) Besteht in Olten ein spezielles Sicherheitskonzept für die Zeit während der EURO 2008 (Stichwort: Hooligans)?

    Frage 6: Weitere Aktionen und Massnahmen
    Welche weiteren Aktionen und Massnahmen im Zusammenhang mit der EURO 2008 sieht und plant der Stadtrat für Olten?

    Frage 7: Information
    Wie und wann werden die Bevölkerung und das Gewerbe von Olten über geplante Aktionen und Massnahmen informiert?

    Besten Dank für eine rasche Beantwortung dieser Interpellation und die Aufnahme der damit verbundenen Anliegen.“

    * * *


    Im Namen des Stadtrates beantwortet Stadtpräsident Ernst Zingg den Vorstoss wie folgt:


    Zu den Fragen 1 und 2:
    Der Stadtrat erachtet die EURO 2008 als Chance für Olten als Regionalzentrum: Für die Bevölkerung von Stadt und Region kann – im Vorfeld wie auch während des Turniers – ein attraktives Rahmenprogramm zum Fussballspektakel geboten werden, das die Begeisterung für den Fussball im Allgemeinen und das Turnier im Speziellen weckt und zugleich für einen sozialen Austausch verschiedenster Bevölkerungsgruppen sorgt. Hingegen beinhaltet der Anlass seines Erachtens wenig Potenzial, um die Stadt Olten über die Grenzen der Region hinaus im Sinne des Stadtmarketings zu profilieren: einerseits werden die eigentlichen, von Olten aus rasch erreichbaren Austragungsorte der Fussball-EM, Zürich, Bern, Basel und Genf, die Hauptaufmerksamkeit auf sich lenken; zweitens werden – um dies vorwegzunehmen – auch im Falle eines Zuschlags eines offiziellen „Public Viewings“ rund 20 andere Städte, darunter voraussichtlich einzelne ganz in unserer Nähe, dasselbe Angebot offerieren können. Unter diesem Gesichtspunkt gibt es sicher Marketingmassnahmen, die angesichts der auf Seiten der Stadt zu erwartenden Kosten von rund einer Viertelmillion Franken nachhaltiger den Standortvorteil im Sinne einer Unique Selling Proposition (USP) von Stadt und Region betonen könnten. Hingegen kann und soll die Euro 08 genutzt werden, um im Rahmen der laufenden Marketingkampagne die noch zahlreicheren Benützerinnen und Benützer des Bahnhofs Olten als gewöhnlich auf den Wohn- und Arbeitsort Olten aufmerksam zu machen.

    Zu Frage 3:
    Die Kommunikationsarbeit der Verantwortlichen der Public Viewings im vergangenen Jahr oder dann der Medien als „Transportorgane“ war insofern nicht ganz glücklich, dass der Eindruck entstand, die Standorte seien bereits ausgewählt und wer sich nicht unter ihnen befinde, habe es verpasst, sich zu bewerben. Dem ist nicht so: Die genannten 17 Standorte wurden gewissermassen auf dem Reissbrett von den Veranstaltern bestimmt und die Anmeldefrist begann erst mit dem Termin der Medienkonferenz. Der vom Stadtrat eingesetzte Beauftragte der Stadt Olten für die Euro 08, Thomas Heimann, hat in der Zwischenzeit eine attraktive Bewerbung eingereicht und den Kontakt mit den zuständigen Stellen hergestellt. In dieser Hinsicht rennt der Vorstoss offene Türen ein.

    Zu Frage 4:
    Der Stadtrat hat durch die Ernennung eines Beauftragten seine Absicht kund getan, für eine Koordination der Aktivitäten zu sorgen und „Wildwuchs“ auch im Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt zu verhindern. Wenn die Stadt Olten ein Standort für ein Public Viewing wird, werden sich die Aktivitäten auf öffentlichem Grund weitgehend auf das dafür vorgesehene Areal Olten SüdWest konzentrieren. Kommt das offizielle Public Viewing nicht zustande, sieht der Stadtrat die Aufgabe der öffentlichen Hand darin, gewerbliche und private Initiativen – sofern sie dem Interesse der Gesamtbevölkerung nicht widersprechen – zu koordinieren und zu unterstützen.

    Zu Frage 5:
    Ob mit oder ohne grössere eigene Aktivitäten wird Olten auf Grund seiner zentralen Lage in den Bereichen Verkehr und Sicherheit während des Fussballspektakels gefordert sein: Der Bahnhof Olten befindet sich gewissermassen im Schnittpunkt der grossen Austragungsorte und wird daher als Umsteigeort intensiv genutzt werden. Die für die Sicherheit zuständigen Stellen der Euro 08 haben sich mit dieser Frage bereits intensiv auseinandergesetzt.

    Walter Schöni, Chef Region Ost der Polizei Kanton Solothurn, bestätigt in diesem Zusammenhang, Olten werde auf Grund der zentralen Lage und der Nähe zu den Host Cities Basel und Bern wahrscheinlich von Touristen bzw. Fussballfans rasch und zahlreich besucht werden. Inzwischen sei bezüglich einem Kombiticket ein positiver Entscheid getroffen worden. Dadurch würden hoffentlich viele Fussballfans das öffentliche Verkehrsmittel benützen. Der Bahnhof Olten werde sicher als Umsteigebahnhof stark frequentiert. Wieviele Fans in Olten aussteigen und übernachten würden, sei ungewiss; dies hänge vermutlich auch stark vom zusätzlichen Angebot in Olten ab. Die vergangene WM 2006 in Deutschland habe aber gezeigt, dass auch die örtliche Bevölkerung je nach Spielpaarung starke Anteilnahme oder – vor allem nach einem Sieg – Freude zeige. Dies habe zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt, die von der Stadtpolizei jedoch gut und verhältnismässig gelöst worden seien.

    Laut Walter Schöni hat die Kantonspolizei Solothurn eine Arbeitsgruppe EURO 08 eingesetzt, in der auch die Stadtpolizei Olten vertreten ist. Neue Erkenntnisse würden laufend aufgenommen und bearbeitet. Dem Bahnhof Olten werde dabei – wie auch der Stadt Olten und Umgebung – die entsprechende Beachtung geschenkt. Gespräche mit der Bahnpolizei hätten ebenfalls bereits stattgefunden und weitere würden folgen. Aufgrund der ausserordentlichen Lage wird die Stadtpolizei Olten laut Walter Schöni verstärkt auf die Unterstützung der Kantonspolizei zählen können. Details wird das bei der erwähnten Arbeitsgruppe in Bearbeitung stehende Konzept zeigen. Gemäss der bestehenden Vereinbarung (SRO 213) ist vor allem die Stadtpolizei für Ruhe und Ordnung und die Kantonspolizei bei unfriedlichem Ordnungsdienst zuständig.

    Wie die einzelnen Verkehrs- und Sicherheitsmassnahmen auf Stadtgebiet aussehen werden, ist somit derzeit noch nicht bekannt, sondern muss mit den zuständigen Organen auf nationaler und kantonaler Ebene erarbeitet werden. Der Stadtrat möchte aber auch der nicht fussballbegeisterten anderen Hälfte der Bevölkerung ermöglichen, ihr gewohntes Leben in einigermassen geordneten Bahnen weiterzuführen.

    Zweifellos werden die Übernachtungsmöglichkeiten in der zwischen den Austragungsorten gelegenen Stadt Olten gefragt und entsprechend rasch ausgebucht sein; hier für ein Zusatzangebot zu sorgen, kann indessen nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand sein, der bei anderen Gelegenheiten gerne vorgeschrieben wird, sie solle sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Vielmehr sind hier gewerbliche und private Initiativen, aber auch der auch von der Stadt mitfinanzierte Verein Region Olten Tourismus gefordert.

    Zu Frage 6:
    Die Planungen für Euro 08 in Olten laufen seit rund einem halben Jahr. Vorgesehen sind neben dem UBS-Public Viewing folgende Aktivitäten:
    Januar 2008 Hallen-Fussballturnier in der Stadthalle
    Februar 2008 Projekt Ausstellung in einem Museum
    28./29. März 2008 Roadshow SFV in der Schützenmatte
    April 2008 Projekt „Kulinarium Euro 08“ (Vertreter der teilnehmenden Nationen präsentieren ihre Spezialitäten)
    Mai 2008 Projekt „Bewegen und Begegnen“

    Zu Frage 7:
    In einer ersten Information wurde der Öffentlichkeit Anfang Dezember mitgeteilt, dass für die Koordination der Vorbereitungs- und Planungsphase für die Begleit-Events zur Euro 08 in Olten Thomas Heimann als Projektkoordinator eingesetzt worden sei. Kürzlich wurde darüber informiert, dass die Stadt eine Bewerbung für ein offizielles Public Viewing eingereicht hat. Es ist vorgesehen, in regelmässigen Abständen in Koordination mit der Projektleitung via Medien und Internet und allenfalls mit einem zusammenfassenden Programm im Vorfeld über die geplanten Aktionen und Massnahmen zu informieren"

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