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Matthias Matti · Die Mitte

de
Grosser Rat (BE)10/06/2025
Matthias Matti, Zweisimmen (Die Mitte), Fraktionssprecher. An unseren Schulen haben wir ein grosses Personalproblem. In der Kantonsverwaltung hätte man unter diesen Bedingungen schon lange die Öffnungszeiten angepasst, die Leistungen abgebaut oder die Fristen verlängert. In der Schule geht das eben nicht. Die Schulleiter versuchen alles, um dem Bildungsauftrag nachzukommen.

Ich habe es schon bei anderen Wortmeldungen zur Schule gesagt: Wir haben eine ausserordentliche Lage, die nach ausserordentlichen Lösungen schreit. Und genau der Vergleich mit dem Piloten, Manuel, ist eben ein Blödsinn. Mir käme es nie in den Sinn, in einen Flieger zu sitzen mit einem Piloten, der nicht fliegen kann, aber in der Schule ist das der tagtägliche Normalzustand. Ein Abzug für nicht ausgebildete Lehrpersonen ist berechtigt und wird von uns Motionären auch so nicht infrage gestellt. In jedem Beruf ist es klar und undiskutabel, dass die Ausbildung beim Lohn angemessen berücksichtigt werden muss.

In der Verordnung über die Anstellung der Lehrkräfte (LAV) steht aber heute, dass jede Person, die die Anforderungen in wichtigen Teilen nicht erfüllt, 20 Prozent Abzug bekommt, und das unabhängig von der Ausbildung. Hat heute eine Lehrperson ein Diplom der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) als Berufsschullehrer, wird dieser Abzug vollumfänglich gemacht, obwohl die Didaktik genau die gleiche ist. Hier sieht die Mitte die Chance, und hier soll angesetzt werden. Es gibt heute Berufsausbildungen und Weiterbildungen, die besser mit dem Lehrberuf matchen als andere.

Und genau hier sollte man eben zukünftig den Schulleitern entlang von kantonalen Vorgaben die Entscheidung überlassen, in welchem Umfang man diesen Abzug machen soll. Die PH Bern macht heute schon viel, um ihren Anforderungen gerecht zu werden. Wenn aber heute eine Lehrperson im Alter von 25 Jahren, die bereits zwei Jahre als Klassenlehrperson in der Schule tätig ist, noch acht Jahre studieren muss, bis sie 33-jährig ist, und in dieser Zeit 2500 Franken verdient, dann schliessen wir einfach die Türen für alle willigen jungen Berufsleute, und wir verwalten das Problem, statt es zu lösen.

Der Punkt 3 der Motion will eben, dass dieses Angebot nicht nur in Bern zentral, sondern dezentral durch die PH Bern ermöglicht wird, sei das durch Fernunterricht, vor Ort oder mit neuen Modellen, die sich in den letzten Jahren mehr als bewährt haben. Der Präsenzunterricht ist eine weitere Hürde, die wir abschaffen sollten, und innovative Modelle sollten wir fördern. Die Mitte nimmt die Motion mehrheitlich in allen Punkten an.

Transcrição
tagblatt.gr.be.ch
Instituição
Grosser Rat

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0