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Alain Pichard · GLP

de
Grosser Rat (BE)08/03/2023
Alain Pichard, Biel/Bienne (GLP), Motionär, Fraktionssprecher. Ich glaube, letzte Session stand ich hier und habe meinen Kollegen von der FDP gesagt, dass ihre Motion (M 166-2022) nicht gerade das Gelbe vom Ei sei. Heute bin ich hier und muss jetzt gestehen, dass auch meine Motion nicht gerade das Gelbe vom Ei ist. Deshalb bin ich auch mit der regierungsrätlichen Erklärung einverstanden.

Aber jetzt, wo wir das ja diskutieren, möchte ich doch einmal sagen, wie es zu dieser Motion gekommen ist. Wir haben an meiner Schule – das ist eine Brennpunktschule in Biel – 3 Gymnasiallehrer. Diese 3 Gymnasiallehrer haben allesamt ein 4-jähriges Masterstudium, plus ein höheres Lehramt (HLA). Da ist noch ein Jahr Pädagogik in ihrem Ausbildungssack. Sie arbeiten jetzt bei uns, 2 von ihnen als Klassenlehrer. Und jetzt müssen sie eine Ausbildung machen, quasi eine Nachdiplomierung, die – würde ich sagen, wenn man das nur als Ausbildung macht – 2 Jahre lang dauert. Das ist komplett überrissen.

Ich war letzte Woche mit einem im Skilager. Er hat voll gearbeitet. Das ist ein wichtiger Mann bei uns und wir wollen ihn auf keinen Fall verlieren. Er hat jetzt diese Zusatzausbildung berufsbegleitend gemacht, ist jetzt im 4. Jahr. Da braucht es – und das war eigentlich die Idee meiner Motion – von Seiten der Pädagogischen Hochschule (PH) ein faires, pragmatisches Angebot für diese Art von Lehrer, die teilweise überqualifiziert sind, aber teilweise uns auch in diesen Schulen in ihrem Fachgebiet extrem gute Impulse geben können.

Jetzt bin ich natürlich schon ... Ich lasse mich auch ein bisschen belehren. Natürlich haben wir mit der sogenannten Gerechtigkeit ein Problem, und es ist tatsächlich so: Ich habe rund 22 Mails von Lehrern bekommen – und das waren nicht nur Gymnasiallehrer, sondern auch andere Lehrer, z. B. Heilpädagoginnen, es waren aber auch Lehrer, die ausgestiegen sind und jetzt wieder einsteigen –, die sich fürchterlich über diesen Vorstufenabzug aufregen, bzw. wie gross die Hürden sind, damit sie da wieder einsetzen können.

Und das andere, wegen dem Lehrermangel: Der letzte Bildungsbericht von gestern zeigt ja, dass es nicht mehr so lange geht, dass wir knapp dran sind. Aber es wird noch ein paar Jahre dauern. Dieser Lehrermangel ... Das muss ich sagen ... Wenn die gehen, dann haben wir an unserer Schule ein Problem. Daher denke ich, müsste da eine Geste von der BKD, bzw. vor allem von der PH kommen. Deshalb habe ich mich bereit erklärt ...

Es gibt natürlich schon einen Grund für diesen Vorstufenabzug. Das anerkenne ich. Es gibt auch Gründe, dass man nicht nur die Gymnasiallehrer anschaut. Es sind ungefähr 20, von denen ich weiss, die im Moment bei uns arbeiten und diese Ausbildung oder diese Nachdiplomierung machen müssen, was ich persönlich, ehrlich gesagt, als völlig übertrieben und schikanös empfinde. Aber für den Vorstufenabzug gibt es natürlich Gründe.

Deshalb empfiehlt – und da beziehe ich jetzt gerade noch meine Fraktion als Fraktionssprecher ein – Ihnen meine Partei wärmstens – empfiehlt wärmstens –, dem Regierungsrat zu folgen; Abschreibung und auch Überweisung als Postulat.

Ich darf noch verraten, dass ich lange Zeit mit Herrn Michel gesprochen habe, verantwortlich für das Personalwesen. Und es ist auch dort so, dass man schon lange daran ist. Man ist eigentlich daran, den ganzen Vorstufenabzug zu überprüfen, die Einteilungen, die Klassierungen. Daher gebe ich auch zu: Man könnte auch den zweiten Punkt als Postulat überweisen und auch abschreiben. Je nachdem. Auf jeden Fall werden wir uns zu diesem Thema äussern müssen, denn das ist wirklich ein Problem. Merci vielmals für die Aufmerksamkeit.

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tagblatt.gr.be.ch
Instituição
Grosser Rat

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0