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Ruth Mettler · FDP

deMitglied GR
Grosser Rat (TG)26/10/2011
Die Interpellanten nehmen ein Thema auf, welches den engagierten und verantwortungsbewussten Lehrpersonen unter den Nägeln brennt. Wir sind uns alle einig, dass die Eltern einen grossen Einfluss auf den schulischen Erfolg ihrer Kinder haben können. Ein grosses Mass der Thurgauer Eltern nimmt diese Verantwortung auch heute noch wahr und unterstützt die Kinder bei deren Ausbildung. Von diesen Eltern wird kaum gesprochen. Selbstverständlich, denn gerade jene Gruppe der Eltern, welche mit der Erziehung und der Ausbildung überfordert ist oder aufgrund ihres Migrationshintergrundes keinen Zugang zur Elternmitwirkung hat, erfordert so viel Energie und Zeit, dass man die andere Gruppe leider so oft vergisst. Elternbildung, das heisst, Eltern für Erziehungs- und Schulfragen zu interessieren und darüber hinausgehend auch noch zu bilden, kann nach Meinung der FDP-Fraktion nicht alleine die Hauptaufgabe der Lehrpersonen sein. Gerade vor dem Hintergrund der hohen Arbeitsbelastung, welche immer wieder von den Lehrpersonen thematisiert und anerkannt wird, wäre das Übertragen der Elternbildung an sie der falsche Weg. Auch unseres Erachtens erreicht man Eltern am besten über die Schule ihrer Kinder. Deshalb sind alle an der Schule Tätigen wie Schulleitung, Schulbehörde, Schulsozialarbeit und Lehrpersonen aufgefordert, gemeinsam die Zusammenarbeit von Schule und Eltern zu institutionalisieren, das heisst, Eltern zu einer regelmässigen Zusammenarbeit zu interessieren und auch zu verpflichten. Eltern von noch nicht schulpflichtigen Kindern gehören unbedingt auch zu diesen Zielgruppen. Die Antwort des Regierungsrates fasst zumindest zusammen, dass vor allem die gesetzlichen Grundlagen für den Einbezug der Eltern in der Schule vorhanden seien, die Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und den Erziehungsberechtigten im Berufsauftrag geregelt sei, die PH Thurgau die zukünftigen Lehrpersonen in ihrer Ausbildung auf die Zusammenarbeit mit den Eltern vorbereite und die Fachstelle für Kinder, Jugend und Familienfragen sowie die Thurgauische Arbeitsgemeinschaft für Elternorganisationen (TAGEO) sich dem Thema annehme. Es sieht so aus, als wäre alles für das Eintreten einer besseren Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule vorbereitet. Wir stellen fest, dass auf dem Papier alles stimmt, nicht aber in der Praxis. Die Grundlagen sind gelegt und Konzepte wie jenes der Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen erarbeitet. Mir fehlen aber Umsetzungsbeispiele. Irgendwo steckt das Ganze fest. Ich verstehe deshalb, dass die Lehrpersonen das Problem in den Grossen Rat tragen.
Instituição
Grosser Rat

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0