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Alain Pichard · GLP

de
Grosser Rat (BE)10/09/2025
Alain Pichard, Biel/Bienne (GLP), Einzelsprecher. Wie schnell können sich doch Sachen ändern! Ich weiss noch, wie man vor einigen Jahren die Digitalisierung in allen ihren Kernpunkten gelobt hat und gesagt hat: «Wir brauchen eine totale Digitalisierung.» Sogar Herr Hildebrand von der Nationalbank redete vom Programmieren im Kindergarten. Auf linker wie auf rechter Seite stimmten die Leute dem zu. Wir wollten die Schule digitalisieren. Ich war damals schon skeptisch.

Aber nachher kam Corona. Und dazu muss ich Ihnen ehrlich sagen: Bei diesem Lockdown haben wir ganz viele Schüler verloren. Wir hätten noch viel mehr Schüler verloren, wenn wir das Smartphone nicht gehabt hätten! Meine Damen und Herren, das Smartphone ist ein Teil des Ökosystems, des digitalen Ökosystems. Das ist so.

Als ich noch Mitglied bei euch war, Manuel, wart ihr eine Partei, die sagte, es braucht Partizipation von Grund auf. Und dann haben wir ja in den Schulen die Elternräte eingeführt, die Schülerräte. Und das funktioniert bei uns! Wir reden mit diesen Leuten, das sind unsere Mitarbeiter. Und wir haben kein Problem, hier zu sagen: «Njet! Handys weg!» Aber jetzt machen wir vielleicht wieder une loi.

Du sagst, das es kein generelles Handyverbot gibt. Aber ich muss einmal fragen, Anton, dürfen wir dann das Handy noch ins Skilager mitnehmen? Oder, Samuel, darf ich meinen Schülern mit dem Handy ein Quizlet schicken, mit dem sie Wörter üben können? Oder, Manuel, darf ich mit den Schülern eine Reportage machen und darf ich ihnen sagen, dass sie eine Fotoreportage mit dem Handy machen dürfen? Oder darf ich ihnen eine Aufnahme von mir schicken, damit sie zu Hause Lesen üben können? Darf ich das?

Nein, liebe Leute, ein Gesetz wird viel mehr Probleme machen, als wir jetzt haben. Wir haben die gesetzlichen Grundlagen, man muss es einfach noch machen!

Und noch etwas ganz Mathematisches. – Übrigens habe ich die Fragen vorhin auf die Oberstufe bezogen. In der Unterstufe und in der Mittelstufe hat das Handy für mich nichts verloren. Das ist klar. Aber diese Beispiele kamen alle aus der Oberstufe. – Aber jetzt habe ich in der Oberstufe Mathematik gemacht. Ich habe gefragt, die Schüler mussten es ausrechnen: Wie viel Prozent geht ein Kind vom Kindergarten bis Ende der Schulzeit in die Schule? Wie viel Prozent seines Lebens verbringt es in der Schule? Es sind 14 Prozent.

14 Prozent, come on! Haben Sie wirklich das Gefühl, dass Sie damit all diese Sachen verhindern können? Meine Damen und Herren, das ist unmöglich. (Die Vizepräsidentin bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / La vice-présidente demande à l’orateur de conclure.) Kommen Sie wieder auf den Boden zurück, ermutigen Sie die Schulen, Sie haben da meine Unterstützung, machen Sie das, aber sicher nicht ein neues Gesetz!

Transcrição
tagblatt.gr.be.ch
Instituição
Grosser Rat

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0