Barbara Nyffeler · Sozialdemokratische Partei
Barbara Nyffeler (SP), Einzelvotum: Ich spreche zu den Anträgen 107 und 110 betreffend den Beitrag der Stadt Bern an den Verein Museumsquartier. Am Verein sind 11 Kulturinstitutionen im Kirchenfeld beteiligt. Er hat zum Zweck: inhaltliche Zusammenarbeit, Marketing, gemeinsamen Auftritt, neue Angebote für Besuchende. Es geht nicht um grosse Bauprojekte. Das ist Sache der einzelnen Institutionen. Am Anfang dieses Vereins, im April 2019, hat die Stadt Bern eine Medienmitteilung publiziert. Der Verein Museumsquartier sei ein Glücksfall für Bern, ein Leuchtturmprojekt. Leuchtturmprojekte haben Binnenstaaten wahnsinnig gerne. Und das sei auch eine einmalige Chance für den Kultur- und Tourismusstandort Bern. In den letzten 4 Jahren haben sich die Stadt, der Kanton und die Burgergemeinde an der Finanzierung beteiligt. Geplant ist für die nächsten 4 Jahre – da muss ich jetzt Francesca Chukwunyere widersprechen – eine vierjährige Konsolidierungsarbeit und ein Go-Live der einzelnen Angebote. Eigentlich hat man verhandelt, mal informell, dass die Stadt 75’000 Franken zahlt, der Kanton 75’000 Franken und die Burgergemeinde 150’000 Franken. Die Stadt hat jetzt keine Mittel mehr eingestellt für den Verein Museumsquartier, sprich, will sich daraus zurückziehen. Ich habe bei den beiden anderen Partnern natürlich nachgefragt, was das für sie bedeutet. Der Kanton hat gesagt: Wenn die Stadt nicht mehr mitmacht, dann überprüfen wir es. Wir würden allerdings wohl auch den Beitrag der Burger als Standortbeitrag akzeptieren. Bei den Burgern habe ich auch nachgefragt. Sie haben gesagt, sie hätten bis jetzt noch nichts unterschrieben. Wenn die Stadt sich daraus zurückziehe, dann müssten sie die ganze Sache noch einmal überprüfen, bevor sie entscheiden würden. Kurz: Die Stadt hat dieses Engagement gross angekündigt, will sich jetzt aber daraus zurückziehen. Mich dünkt es, der Verein habe Potenzial. Das Projekt, wenn es so wichtig sein soll, dann soll man sich weiter engagieren und mit 75’000 Franken bekommt man 225’000 Franken von anderen Partnern zurück. Es ist fast ein bisschen die alte Redensart: Mit der Wurst bekommt man eine Hamme zurück. Ich bitte euch, die beiden Anträge zu unterstützen.