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Paula Zysset · Jungsozialisten

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Stadtrat (BE)17/10/2024Paula Zysset (JUSO) für die RWSU

Paula Zysset (JUSO) für die RWSU: Im vorliegenden Geschäft geht es um die Kreditfreigabe von insgesamt 2,9...

Die Präsidentin bittet um mehr Ruhe.

Im vorliegenden Geschäft geht es um die Kreditfreigabe von insgesamt 2,9 Mio. Franken für die Sanierung und die Beschattung der Seehundanlage im Tierpark Dählhölzli. Die mittlerweile 20-jährige Anlage weist zum einen deutlichen Sanierungsbedarf auf. Andererseits entspricht die Anlage tierhalterisch nicht mehr den aktuellen wissenschaftlichen Standards, das zum einen, weil den Tieren unter Wasser zu wenige Anreize geboten werden und sie so zu viel Zeit über dem Wasser verbringen. Zum anderen ist auch die Sonneneinstrahlung viel zu hoch. Diese Mängel führen bei den Seehunden zu medizinischen Problemen, sie leiden vermehrt unter Bindehautentzündungen und Linsen-Trübungen. Mit dem ist das Dählhölzli aber nicht alleine, auch andere Zoos im internationalen Bereich kämpfen mit den gleichen Problemen und sogar in Auffangstationen zeigt sich, dass auch Seehunde, die in freier Wildbahn leben, vermehrt an diesen Augenerkrankungen leiden. Für den Bau dieser neuen Anlage hat sich der Tierpark intensiv mit dieser Problematik beschäftigt und viel Wissen generiert. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und soll international eine Vorreiterrolle einnehmen.

Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Zum einen die Sanierung der Anlage. Bei der Sanierung orientiert man sich an der Landschaft des nordischen Lebensraums. Es wird eine Felslandschaft mit Höhlen und Fjord geben, zudem verschiedene Untergründe und Strömungen. Es wird auch ein neues Meerwasserbecken entstehen. In der heutigen Anlage ist nur Frischwasser. Im neuen Meerwasserbecken können die See-Hunde ihre Augen nachher auch besser ausspülen. Der zweite Projektteil ist die Beschattung der Anlage. In Zukunft wird die Anlage über beide Teile entlang dem Vivarium von einem filigranen Membrandach beschattet. Diese Überdachung wird fest verbaut und das ganze Jahr stehen. Das hat sich in den Abklärungen gegenüber einer mobilen Überdachung als die beste Lösung herausgestellt. Von dieser Überdachung können neben den Tieren übrigens auch die Besucher profitieren. Gerade im Sommer kann es dort nämlich extrem heiss werden. Geplant ist, dass die neu sanierte Anlage so fertiggestellt werden kann, dass die Seehunde, die aktuell in Schweden verweilen im Frühling 2025 wieder nach Bern zurückkehren können. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf 2,9 Mio. Franken, 2 Mio. Franken für die Sanierung der Anlage und 900’000.- für die neue Überdachung. So, wie das das Tierparkreglement vorsieht, wird das gesamte Projekt über Drittmittel finanziert. Eine Finanzierungszusage über 2 Mio. Franken besteht vom Tierparkverein, die restlichen 900’000 Franken sind im Gabus-Fonds, dem Drittmittel-Sammelgefäss des Tierparks vorhanden und können aus dem entnommen werden. Wir geben hier also heute nicht Geld der Stadt aus, sondern geben lediglich den Kredit frei. Gemäss dem Tierpark-Reglement ist ab einem Verpflichtungskredit von über 2,5 Mio. Franken der Stadtrat dafür zuständig.

Die RWSU findet das vorliegende Projekt sehr gelungen. Für die Kommission ist die Sanierung zur Förderung des Tierwohls selbstverständlich, und dass damit ein wissenschaftlicher Beitrag zur Bekämpfung von Augenleiden bei Seehunden geleistet werden kann, ist sehr positiv zu werten. In diesem Sinn empfiehlt Ihnen die RWSU einstimmig die Annahme dieses Geschäfts. Ich würde das Fraktionsvotum anhängen.

Für die SP-JUSO kann ich es kurz machen. Auch für unsere Fraktion ist es klar, dass die Anlage zum Wohl der Tiere saniert werden muss. Auch kann die Frage, ob es überhaupt noch vertretbar ist, dass man Seehunde in Zoohaltung hat, mit dem Vorhaben, dass das Projekt auch wissenschaftlich begleitet wird und Erkenntnisse zu den medizinischen Augenproblemen von Seehunden gewonnen werden, mit einem Ja beantwortet werden. Davon können sowohl andere Zoohaltungen profitieren wie auch die Seehunde, die in der Freiheit leben. Dass der Tierpark Dählhölzli hier eine Vorreiterrolle einnehmen will, finden wir sehr positiv. Als SP-JUSO-Fraktion werden wir der Freigabe des Kredits ebenfalls zustimmen.


Transcrição
bern.recapp.ch
Instituição
Stadtrat

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0