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Aktuelle Konjunkturlage in Liechtenstein

(KA 30526)Kleine Anfragen
Liechtenstein30/09/2026
Perfil
Tipo
Kleine Anfragen
Parlamento
Liechtenstein
Número
KA 30526
Início
30/09/2026
Referências e fonte
Registo oficial
Perfil oficial
ID externo
30526
Contribuições(2)
Cronologia(2)
  • Beantwortet
  • Eingereicht
Textos(2)
  • Antwort vom 02. Oktober 2026HTML
    2 de outubro de 2026

    zu Frage 1:

    Die Regierung erkennt erste Stabilisierungstendenzen, aber noch keine hinreichenden Anzeichen für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung. Eine solche wäre erst bei einer über mehrere Quartale anziehenden Exportnachfrage sowie einer stabilen Entwicklung von Investitionen und Industriebeschäftigung belastbar feststellbar.

    Der Konjunkturindex KonSens des Liechtenstein-Instituts verbesserte sich vom Tiefpunkt im dritten Quartal 2024 um einen ganzen Indexpunkt. Das ist eine positive Entwicklung, wenngleich die Wachstumsdynamik im historischen Vergleich unterdurchschnittlich bleibt. Diese Einschätzung basiert auf den Ergebnissen der Konjunkturumfrage des zweiten Quartals 2026. Die Konjunkturumfrage zum Q3/2026 startet erst im Oktober 2026 und wird neue Erkenntnisse liefern. Ebenso sind von dem im Oktober erscheinenden World Economic Outlook des IWF, der auch eine Bewertung Liechtensteins enthält, weitere Erkenntnisse zu erwarten. Generell ist für das Jahr 2026 weiterhin von einer verhaltenen, wenn auch positiveren Entwicklung auszugehen, darauf deuten auch die ersten Prognosen des IWF hin. Aufgrund der andauernden geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten sind Vorhersagen aber weiterhin schwierig.

    zu Frage 2:

    Die grössten wirtschaftlichen Herausforderungen bestehen aktuell in der Industrie, besonders in der Metall- und Nichtmetallindustrie. Darauf deutet auch die Konjunkturumfrage für das zweite Quartal 2026 und der Rückgang der Beschäftigung hin. Dementsprechend betroffen sein, werden auch Zulieferer und Dienstleister dieser Betriebe. Auch das exportorientierte Gewerbe ist durch eine verhaltene internationale Nachfrage sowie durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten gefordert. Hinzu kommt, dass im Handelsverkehr mit den USA für Stahl- und Aluminiumprodukte weiterhin sektorale Tarifregeln beziehungsweise Zölle greifen. Es wird erwartet, dass die nächste Konjunkturumfrage fürs dritte Quartal 2026 auch hierzu neue aktuelle Erkenntnisse liefern wird.

    zu Frage 3:

    Die neuesten Beschäftigungszahlen für das Jahr 2025 wurden Ende September veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Beschäftigung in der heimischen Industrie um 2,0 Prozent zurückgegangen ist von 14’500 auf 14’215 Beschäftigte. Quartalserhebungen für die einzelnen Wirtschaftssektoren werden nicht durchgeführt. In der Gesamtwirtschaft war die Beschäftigung auch in den ersten 3 Quartalen 2026 rückläufig, jeweils im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal. Im 1. Quartal betrug der Rückgang 0,8 Prozent, im 2. Quartal 0,4 Prozent und im 3. Quartal 0,1 Prozent. Damit hat sich der Beschäftigungsrückgang im Jahresverlauf abgeschwächt.

    zu Frage 4:

    Das grösste Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Liechtensteins besteht darin, dass mehrere Hauptrisiken gleichzeitig auftreten und zusammenwirken.

    Die Konjunkturberichte und Unternehmensbefragungen nennen dabei vor allem die Unsicherheit in der Zoll- und Handelspolitik, eine schwache Nachfrage aus dem Ausland sowie geopolitische Konflikte. Hinzu kommen ein starker Schweizer Franken und Engpässe bei Arbeitskräften und Fachkompetenzen. Besonders kritisch ist in diesem Kontext, dass sich diese Risiken gegenseitig verstärken können. Treffen eine schwache Nachfrage, steigende Kosten und anhaltende Unsicherheit zusammen, werden Unternehmen ihre Investitionen zurückstellen.

    zu Frage 5:

    Als kleine, offene und liberal regulierte Volkswirtschaft setzt Liechtenstein auf einen flexiblen, kooperationsorientierten sowie wirtschaftsliberalen und technologieoffenen Ansatz. Der Staat soll die Volkswirtschaft nicht umfassend steuern, sondern attraktive Rahmenbedingungen für Entwicklungen schaffen und gezielt dort unterstützen, wo Marktversagen oder konkreter Bedarf besteht. Eingriffe in das volkswirtschaftlich funktionierende System sollten nur in Ausnahmesituationen erfolgen.

    Um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein zu stärken, werden mehrere konkrete Massnahmen umgesetzt. Die in diesem Jahr beschlossenen Erleichterungen bei der Kurzarbeit helfen Unternehmen, Beschäftigung und Know-how zu sichern. Eine Reihe von Förderinstrumenten richten sich an die liechtensteinischen KMU. Die gemeinsam mit Switzerland Global Enterprise angebotenen Exportfördermassnahmen unterstützen Unternehmen bei der Erschliessung neuer Absatzmärkte. Digital- und Innovationsschecks fördern effizientere Prozesse sowie neue Produkte und Dienstleistungen. Ergänzend unterstützt der neu eingeführte Potenzialscheck KMU bei der Personal- und Kompetenzentwicklung. Start-ups erhalten Zugang zu Beratung, Netzwerken sowie den Angeboten von Startfeld und Innosuisse Startup Coachings. Die Regierung fokussiert überdies auf den Bürokratieabbau bei Ämtern, insbesondere durch die Digitalisierung der Verfahren, wie zum Beispiel durch das eGewerbe-Portal.

  • Frage vom 30. September 2026HTML
    30 de setembro de 2026

    Das «Wirtschaft regional» berichtete am 11. September 2026 unter dem Titel «Die Wirtschaftsdaten für Liechtenstein und die Ostschweiz senden vorsichtig positive Signale» über die aktuelle konjunkturelle Entwicklung in der Region. Demnach sind sowohl in Liechtenstein als auch in der Ostschweiz Aufhellungstendenzen erkennbar. Gleichzeitig wird im Beitrag darauf hingewiesen, dass die Liechtensteiner Volkswirtschaft gemäss dem Konjunkturindex des Liechtenstein-Instituts weiterhin unterdurchschnittlich wächst.

    Gerade für Liechtenstein als kleine, stark exportorientierte Volkswirtschaft ist die weitere Entwicklung von besonderer Bedeutung. Internationale Nachfrage, Wechselkursent­wicklungen und die Situation auf wichtigen Absatzmärkten wirken sich vergleichsweise rasch auf die heimische Wirtschaft und damit auch auf die Beschäftigung und Investitionen aus.

    Vor diesem Hintergrund bitte ich die Regierung um Beantwortung folgender Fragen:

    1. Wie beurteilt die Regierung die aktuelle konjunkturelle Lage in Liechtenstein und sieht sie Anzeichen für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung? 
    1. Welche Branchen in der Liechtensteiner Wirtschaft stehen derzeit nach Einschätzung der Regierung unter dem grössten wirtschaftlichen Druck? 
    1. Wie hat sich die Beschäftigung in den exportorientierten Industriebranchen seit Anfang 2025 quartalsweise entwickelt? 
    1. Welche Faktoren betrachtet die Regierung derzeit als die grössten Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Liechtensteins? 
    1. Welche konkreten Massnahmen verfolgt die Regierung derzeit, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein angesichts der verhaltenen Konjunktur zu stärken?

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0