Frage vom 02. September 2026
Der Sommer 2026 hat deutlich gezeigt, wie rasch längere Hitze- und Trockenperioden zu Nutzungskonflikten um die Ressource Wasser führen können. Die Wasserführung verschiedener Fliessgewässer ging stark zurück, gleichzeitig stieg der Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft. Wo Wasserentnahmen zum Schutz der Gewässer eingeschränkt oder untersagt werden mussten, waren landwirtschaftliche Betriebe auf alternative Bezugsquellen angewiesen.
Mit fortschreitendem Klimawandel ist davon auszugehen, dass sich solche Situationen künftig häufiger wiederholen. Eine verlässliche und wirtschaftlich tragbare Versorgung mit Bewässerungswasser wird damit für die heimische Landwirtschaft zunehmend zu einer zentralen Standortfrage.
Das bestehende Bewässerungskonzept sieht als Alternative insbesondere den Wasserbezug über das Trinkwassernetz und Hydranten sowie, wo dies nicht möglich oder zweckmässig ist, die Nutzung von Grundwasser vor. Gleichzeitig bestehen insbesondere bei gemeinschaftlich genutzten Grundwasserbrunnen noch technische, organisatorische und finanzielle Fragen.
Vor diesem Hintergrund stelle ich der Regierung folgende Fragen:
- Welche Erfahrungen hat die Regierung aus der Trockenperiode im Sommer 2026 hinsichtlich der landwirtschaftlichen Bewässerung gewonnen und wo zeigten sich aus ihrer Sicht die grössten Defizite bei der heutigen Versorgung mit Bewässerungswasser?
- Wie hoch sind derzeit die Kosten für den Bezug von Wasser zu landwirtschaftlichen Bewässerungszwecken über Hydranten in den einzelnen Gemeinden beziehungsweise Wasserversorgungen und welche speziellen Tarife oder Vergünstigungen für die Landwirtschaft bestehen bereits?
- Sieht die Regierung Handlungsbedarf, gemeinsam mit den Gemeinden und Wasserversorgungen einen möglichst einheitlichen und vergünstigten Tarif für landwirtschaftliches Bewässerungswasser zu prüfen, damit der Bezug über das Trinkwassernetz für die Betriebe wirtschaftlich tragbar bleibt?
- Bei welchen Gebieten Liechtensteins kommt aus heutiger Sicht die Errichtung gemeinschaftlich genutzter Grundwasserbrunnen für die landwirtschaftliche Bewässerung grundsätzlich infrage und weshalb wurden bisher noch keine Grundwasserbrunnen errichtet?
- Bis wann soll das bestehende Bewässerungskonzept weiterentwickelt beziehungsweise der angekündigte Leitfaden für die landwirtschaftliche Bewässerung vorliegen und welche konkreten Massnahmen sollen daraus mit Blick auf künftige Trockenperioden und insbesondere die Bewässerungssaison 2027 umgesetzt werden?