Erich Hess · UDC
Recycling kann bei vielen Werkstoffen durchaus Sinn machen, sei es z. B. Glas oder Metall, die man effizient wiederverwerten kann. Recycling von Textilien ist hingegen massiv schwieriger, da die Qualität der Produkte massiv abgenommen hat. Sie bestehen nicht aus reiner Wolle oder Leinen, wie das vielleicht früher der Fall war, wo man das Material problemlos für etwas anderes einsetzen konnte. Es sind aber nicht nur die über das Internet gekauften Produkte von schlechterer Qualität. Es gibt auch viele Läden in der Schweiz, die auf ihren Ladenflächen Günstiglinien verkaufen. Auch dort ist die Qualität nicht mehr dieselbe wie vielleicht vor 30, 40 oder 50 Jahren.
Es kann aber nicht - und darf nicht - die Aufgabe des Bundes sein, ein neues System aufzubauen, da das gar keine Bundesaufgabe ist. Textilien in so schlechter Qualität verbrennt man allenfalls besser. Es ist nicht so, wie es die Motionärin gesagt hat, dass das die Gemeindekassen oder die Bürgerinnen und Bürger nicht belasten würde. Nein, wir haben eine Abgabe für jeden Müllsack, den wir abgeben, die Sackprämie, und da bezahlt jeder, der einkauft, selbst. Wir haben hier zudem nicht, wie früher zum Beispiel bei Pneus oder bei Elektrogeräten, das Problem, dass wild deponiert wird. Nein, in der Schweiz werden Kleider nicht wild deponiert und somit ist es nicht ein Problem, wie zum Beispiel bei den zwei erwähnten Produkten, wo man ein ähnliches System eingeführt hat. Ich bitte Sie, nicht immer mehr vorzuschreiben. Wenn die Branche eine Lösung will, sollen diejenigen mithelfen, die wollen. Und belasten Sie den Bürger nicht mit mehr unnötigen Kosten! Es kann nicht sein, dass ich, wenn ich Kleider einkaufe, die ich 10, 15 Jahre trage und dann in den Abfallsack stosse, die vorgezogene Prämie zahle und dann nochmal den Abfallsack. Denn ich will meine 15-jährigen Schuhe niemandem mehr zutrauen, nur, damit diese noch recycelt werden. Deshalb werde ich sie auch in Zukunft in den Abfall werfen. (Heiterkeit)
Besten Dank, dass Sie die Motion ablehnen.