Christoph Grupp · GRÜNE
Es wurde auch in der Debatte zum Landeskirchengesetz immer wieder gesagt, dass es für viele störend ist in diesem Kanton, dass man nur die Landeskirchen derart substanziell unterstützt, andere Religionsgemeinschaften aber nicht und auch Agnostikerinnen und Agnostiker nicht. All das hat aber Platz in diesem Haus der Religion, eben sogar diejenigen, die sagen: «Eigentlich habe ich mit dem Glauben nichts am Hut, aber ich interessiere mich dafür, wie andere Leute ihren Glauben leben», und dies vielleicht auch als wichtig für die anderen anerkennen. Ich glaube, das kann man niemandem absprechen: Die Ausübung eines Glaubens, einer Religion, ist für viele ein zentraler Lebensbestandteil, und in diesem Haus ist das möglich. Es ist aber insbesondere auch der Dialog zu diesem Austausch möglich.
Wichtig ist auch zu bemerken, dass ein grosser Teil oder immer wiederkehrende Gelder dieses Vereins von den Landeskirchen selber kommen. Es ist unter Umständen eben ein bisschen störend, dass die Landeskirchen eigentlich den Ort anderer Religionen mitfinanzieren. Das kann auch wie eine Art Bevormundung daherkommen, und darum wäre es eigentlich gut, man würde sich überlegen, wie das Ganze auch ein bisschen neutraler stattfinden könnte.
Die Landeskirchen selber haben nämlich dort keine direkt religiösen Aktivitäten. Sie nehmen an diesem Dialog, an diesen Austauschgesprächen teil, die schlussendlich eben auch dem Religionsfrieden dienen, aber sie feiern dort selber eigentlich keinen Gottesdienst. Vielleicht ausnahmsweise einmal gibt es gewisse Zeremonie oder so, aber das ist eher die Ausnahme. Von daher ist man dort als starker Geldgeber oder zumindest als Geldgeber beteiligt, aber beeinflusst in diesem Sinn vielleicht sogar auch andere ein bisschen, was vielleicht auch störend wirken könnte.
Darum glaube ich, die Rolle des Kantons Bern wäre diesbezüglich mindestens prüfenswert. Das wäre die Rolle dieses Postulats. Wenn Sie so dem Bericht, den man dann hätte und sehen würde, ob es möglich ist oder nicht, zustimmen könnten, dann vielen Dank seitens der Grünen.