Simon Buri · GLP
Aus unserer Sicht steht es jeder Gemeinde, die diese Kriterien erfüllt, frei, beim Kanton eine Definition als Tourismusort zu beantragen. Wir haben das Gefühl, wenn sie es nicht macht, dann wird sie ja ihre Gründe dafür haben, und aus unserer Sicht ist uns – gerade aus den Gründen, die vorher schon genannt wurden – wichtig, dass die Gemeinden wählen können, ob sie das sein möchten oder ob sie das nicht sein möchten. Wir lehnen es deshalb ab, dass der Kanton jetzt top-down eine Massenuntersuchung von Hunderten Berner Gemeinden durchführen soll und dann über die Köpfe dieser Gemeinden hinweg die Einstufung als Tourismusort vornehmen soll, denn das steht halt im Vorstosstext, so wie er formuliert ist: Dort, wo die Voraussetzungen gegeben sind, soll der Regierungsrat die entsprechenden Verfahren einleiten. Deshalb lehnen wir den Vorstoss in dieser Form ab.
Ich möchte aber trotzdem ein Türchen öffnen, weil wir das gute Anliegen und die gute Überlegung anerkennen, und ich möchte hier einen alternativen Ansatz in den Raum stellen. Da würde sich vielleicht ein Bottom-up-Ansatz anbieten, bei dem sich die Regionen und die einzelnen Gemeinden Gedanken machen können und sollen – ich glaube, das können wir alle in unseren jeweiligen Gemeinden und Regionen anregen –, und zwar, dass sie sich überlegen: Haben wir Potenzial und wollen wir das auch nutzen? Wenn es dann tatsächlich konkrete Gemeinden gibt, die ihre Chancen packen wollen und sich von sich aus als Tourismusorte definieren lassen möchten, ja, dann wäre das sehr erfreulich und ganz im Sinne der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Bern. Aber diese Initiative muss von der Basis der Gemeinden und Regionen kommen. Wir sind überzeugt, dass diese wissen, was der richtige Weg für sie ist.