Anna de Quervain · GRÜNE
Jetzt soll das BHM erstmals umfassend saniert werden, und das ist auch dringend notwendig. Selten hat eine in einem Vortrag skizzierte Ausgangslage den Handlungsbedarf für mich so deutlich aufgezeigt wie in diesem Fall. Die Haustechnik hat ihre Lebensdauer überschritten. Der Energieverbrauch und der Betriebsaufwand des Museums sind hoch und die Dämmung ungenügend. All das führt zu einem grossen Energieverlust und zu hohen Heizkosten. Ausserdem leiden die Exponate unter den starken Temperaturschwankungen. Beängstigend ist auch der Umstand, dass die Personensicherheit im Hinblick auf den Brandschutz kritisch ist – höchste Zeit also für eine umfassende Sanierung.
Die grüne Fraktion stellt sich ganz klar hinter den Projektierungskredit und hinter die Pläne des Stiftungsrates. Dieser ist nach der Auswertung der Nutzungs- und Machbarkeitsstudie zum Schluss gekommen, dass er die Variante 2 weiterverfolgen will, diejenige mit dem Anbau.
Nebst der Sanierung soll das BHM nämlich auch inhaltlich den Ansprüchen eines zeitgemässen Museums gerecht werden. Viele Ausstellungen sind veraltet und entsprechen nicht mehr den Bedürfnissen der Besuchenden respektive den heutigen Anforderungen an moderne Museen. Um die Attraktivität des BHM langfristig zu gewährleisten, müssen neben den gebäudetechnischen Sanierungen also die musealen Inhalte aufgefrischt werden. Es braucht mehr Platz, damit die Rundgänge neu gestaltet und erweitert werden können. Mit dem aktuellen Flickwerk aus verschiedenen Geschossen fällt den Besuchenden die Orientierung teilweise schwer. Ich rede aus eigener Erfahrung. Die Rundgänge landen in Sackgassen, und ganze Gebäudeteile sind nicht barrierefrei. Hier soll die Umsetzung der Variante 2 Abhilfe schaffen. Der Anbau schafft den nötigen Raum für attraktive Rundgänge, bringt mehr Flexibilität für die Ausstellungsgestaltung und ermöglicht eine Anbindung ans Museumsquartier. So bleibt das BHM für seine Besuchenden auch in Zukunft attraktiv.
Ich komme zum Schluss. Der Verzicht auf eine umfassende Sanierung ist keine Option, das haben wir gehört. Das Museumsgebäude entspricht den heutigen Anforderungen weder in Bezug auf die Energieeffizienz noch bezüglich der Sicherheit, um noch einmal zwei der Gründe zu wiederholen. Der Kanton und die Stadt Bern sowie die Burgergemeinde stehen hier alle drei zusammen in der Verantwortung. Die Burgergemeinde Bern hat dem Kredit bereits zugestimmt. Der Stadtrat wird nächstens darüber entscheiden. Wir Grossrätinnen und Grossräte haben jetzt die Möglichkeit, unseren Beitrag zur Projektierung dieses dringend nötigen Umbaus zu leisten.
Für unsere Fraktion ist klar: Das BHM steht zwar in der Stadt Bern, aber es ist von grosser Relevanz für den ganzen Kanton Bern und für die ganze Schweiz. Es ist eines der Aushängeschilder der schweizerischen Museen und beherbergt das historische Erbe und das kulturelle Gedächtnis des Kantons Bern. Es bringt unseren Schülerinnen und Schülern die Berner Geschichte näher und wird in Zukunft in Kombination mit dem neuen Museumsquartier hoffentlich auch noch viel mehr und viele neue Menschen erreichen.
Und nicht zuletzt ist ein attraktives Museen- und Kulturangebot ein wichtiger Standortfaktor für uns und ein Tourismusmagnet. Die grüne Fraktion sagt darum einstimmig Ja zu diesem Projektierungskredit von 2,5 Mio. Franken. Wir bitten Sie, dies auch zu tun. Besten Dank für die Unterstützung und die Aufmerksamkeit.