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Elisabeth Dubler · GRÜNE

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Gran Consiglio (BE)5 mar 2026
Elisabeth Dubler, Bern (GRÜNE), Fraktionssprecherin. Unsere Passstrassen sind beeindruckende Ingenieurinnen- und Ingenieurleistungen, touristische Aushängeschilder und wichtige Verkehrsverbindungen. Doch sie stehen zunehmend unter Druck, wir haben es schon verschiedentlich gehört. Der Freizeitverkehr nimmt stetig zu und die Belastung für die Menschen, für die Natur und auch die Infrastruktur wachsen Jahr für Jahr.

Wir alle kennen die Bilder: lange Kolonnen an schönen Sommertagen, Lärm, Abgase und die stetig steigenden Unterhaltskosten für den Kanton, aber auch für die Gemeinden. Diese Entwicklung ist nicht nachhaltig, weder ökologisch noch finanziell. Deshalb braucht es jetzt gezielte Lenkungsmassnahmen. Gebühren für die touristische Nutzung von Passstrassen, wie sie an anderen Orten – Beat Kohler hat es erwähnt – erfolgreich praktiziert werden, könnten hier ein wirksames Instrument sein.

Solche Gebühren bringen mehrere Vorteile: Sie dämpfen und lenken den Verkehr, indem sie unnötige Freizeitfahrten reduzieren. Sie machen eine verursachergerechte Finanzierung des Unterhalts, von denen, die Strassen für touristische Zwecke nutzen. Sie leisten nachher einen fairen Beitrag zum Unterhalt und ermöglichen Investitionen in den Emissionsschutz, in den Unterhalt und auch in umweltfreundliche Mobilitätsangebote, wie vielleicht ein Rufbus.

Gerade im Zeichen der Klimakrise verschärfen sich die Herausforderungen. Die Passstrassen sind vermehrt von Murgängen, Erosionen und Frostschäden betroffen. Der Unterhalt wird technisch aufwendiger und kostspieliger. Wenn wir jetzt nicht handeln, droht ein Teufelskreis aus höherem Verkehrsaufkommen, grösseren Schäden und stetig steigenden Kosten für die öffentliche Hand und vor allem auch für die betroffenen Gemeinden.

Für uns ist deshalb klar: Wir müssen jetzt aktiv werden, auf nationaler Ebene. Dass sich der Regierungsrat und viele meiner Vorredner mit formalistischen Argumenten gegen ein solches Engagement wehren, ist für uns nicht nachvollziehbar. Die Problematik ist erkannt und die Dringlichkeit offensichtlich. Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu übernehmen und eine zukunftsgerichtete Lösung anzustossen. Eine Lenkung des Freizeitverkehrs über Gebühren trägt dazu bei, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und gleichzeitig den Gemeinden zu helfen; diejenigen, welche die heutige Hauptlast der touristischen Verkehrswelle tragen. Mit den generierten Einnahmen – das habe ich schon gesagt – können nachhaltige Angebote, wie z. B. ÖV-Leistungen oder ein sanfter Tourismus, gezielt gefördert werden.

Die grüne Fraktion unterstützt die Standesinitiative und diese Motion einstimmig. Wir sehen dabei einen konstruktiven, pragmatischen und ökologisch sinnvollen Ansatz, um unsere Alpenpässe langfristig zu erhalten – für die Bevölkerung, für den Tourismus und für die Umwelt in gleichermassen. Danke fürs Zuhören.

Trascrizione
tagblatt.gr.be.ch
Istituzione
Gran Consiglio

Dati: OpenParlData · CC BY 4.0