Francesco Marco Rappa · Die Mitte
Die SiK hat es gesagt: Richtlinienmotion. Die Ausgangslage ist eindeutig: 62 Prozent der Frauen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren haben sexuelle Belästigung erlebt, ein erheblicher Teil von ihnen im öffentlichen Raum und im öffentlichen Verkehr. Gerade junge Menschen fühlen sich am Abend an Bahnhöfen und Haltestellen sehr oft unsicher. Das ist eine Realität, die wir ernst nehmen müssen.
Der Regierungsrat anerkennt zwar die Problematik, beantragt aber, wie Sie es gehört haben, lediglich die Annahme des Postulats, mit Verweis auf laufende Prüfungen. Aber wir wissen, dass ganz klar und vor allem rasch Handlungsbedarf besteht. Was es jetzt braucht, ist nicht eine weitere Analyse, sondern sichtbare Präsenz, das heisst klare Botschaften, Sensibilisierung, Förderung von Zivilcourage und Hinweise auf bestehende Hilfsangebote im öffentlichen Verkehr.
Wer den öffentlichen Verkehr stärkt und fördert, trägt auch Verantwortung für die Sicherheit der Menschen, die ihn nutzen. Sicherheit ist keine Nebenfrage. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass sich alle Menschen frei und ohne Angst im öffentlichen Raum bewegen können. Ich bitte Sie deshalb, diese Richtlinienmotion zu unterstützen, wie es die Mitte-Fraktion einstimmig tut, und sie nicht auf ein Postulat – doppelt gemoppelt – zu reduzieren. Merci.