Georg Häsler · FDP.Die Liberalen
Georg Häsler (FDP): Die Reihen haben sich gelichtet. Das hat vielleicht damit zu tun, dass wir uns eigentlich seit den 80er-Jahren in dieser Stadt im Kreise drehen. Es ist zu einem "Great-Gesellschafts-Game" geworden in dieser Stadt, dass sich gewisse Gruppierungen mit der Polizei reiben, und dass man dann immer wieder die gleichen Beschwerden hört. Ich bin ein bisschen älter und habe die 80er-Jahre erlebt, ich habe die Polizei erlebt, als sie beim Zafaraya "eingefahren" ist – der Begriff einfahren, das ist so ein stehender Begriff im bernischen Vokabular, wenn es um die Polizei geht. Aber wir drehen uns im Kreis, wir haben sogar die Begriffe verloren, die wir früher für solche Anlässe verwendet haben.
Manchmal frage ich mich: Was soll denn eigentlich die Polizei machen? Wie soll denn die Polizei das Recht durchsetzen in der Stadt Bern? Soll denn das Recht selektiv gelten? Wie ist denn das, wenn wir irgendwelche Herren haben, die sexualisierte Gewalt ausüben, die wir verurteilen, – ja, soll denn die Polizei dort anders [vorgehen] als bei Gewalttätern aus dem links-grünen Milieu? Da frage ich mich manchmal: Haben wir denn keine Rechtsgleichheit mehr? Und manchmal würde ich mir wünschen, bei all diesen Interpellationen, die sich auch im Kreise drehen seit den 80er-Jahren, ob man vielleicht auch mal eine Interpellation Richtung dieser anderen Gruppe richten könnte, die immer diese Fragen stellt. – Ja, wie stellt ihr euch denn die Polizeiarbeit vor?
Natürlich sind die Polizistinnen und Polizisten im Zivil, denn Täuschung gehört zum Geschäft. – Übrigens, der Taktik; das ist nicht Strategie, sondern es ist simple Taktik, dass man nicht erkannt wird, damit Straftäterinnen und Straftäter, potenzielle, einen nicht erkennen. Manchmal würde ich mir wünschen, wir könnten mal, von der Seite der Polizei, eine Interpellation Richtung Reitschule schicken und dann die Antworten der Reitschule hören, wie sie sich vorstellen, wie der Rechtsstaat durchgesetzt werden soll. Vielen herzlichen Dank.