Ursina Anderegg · Grünes Bündnis
Ursina Anderegg, Direktorin BSS: Ich verstehe grundsätzlich den Unmut von uns allen über das, was damals schiefgelaufen ist bei der Einführung von Citysoftnet. Ich staune jetzt aber dennoch ziemlich über diese Debatte, auch im Vergleich zur sehr sachlichen und auch sehr kurzen Debatte in der SBK, vor allem, was den Empörungsgrad anbelangt. Ich mache dies an einem sehr grossen Missverständnis fest, das, glaube ich, hier im Raum liegt, und zwar in Bezug auf das Instrument der Nachkredite.
Wir diskutieren heute zum dritten Mal die genau gleiche Materie. Wir hatten schon den Nachkredit 2024, wir hatten es in der Budgetdebatte, wir haben es heute Abend. Neben dem Rückbau des KiSS, der ein Einzelposten in diesem Nachkredit 2025 ist, geht es um die Erhöhung des Personaletats. Das hat man damals im Jahr 2024 beschlossen, unter anderem aufgrund berechtigter Forderungen von euch aus dem Stadtrat. Es gab eine sehr intensive Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation und den Konsequenzen aus der schiefgelaufenen Einführung von Citysoftnet. Die Stadt hat riesige Schritte gemacht. Sie hat sehr viel gelernt. Uns ist allen klar, dass wir in der digitalen Transformation weiterhin lernen müssen und dass es auch nicht immer gratis sein wird.
Den Nachkredit von heute Abend haben wir damals beim Nachkredit 2024, den wir ziemlich genau vor einem Jahr und beschlossen haben und identisch war, schon einmal diskutiert. Nun sind diese Mehrkosten, die wir hier mit dem finanztechnischen Instrument des Nachkredites wieder beantragen müssen, ab 2026 im Budget abgebildet. Das heisst, es ist nicht eine Aufstockung von immer mehr Beträgen, sondern es handelt sich um einen einmaligen Ausbau von damals. Aufgrund unserer Budgetprozesse – wir haben einen zweijährigen Nachvollzugsprozess – mussten wir Jahr für Jahr zweimal einen Nachkredit beantragen. 2024 haben wir aufgestockt und mussten einen Nachkredit beantragen. 2025 waren diese Stelle bei gleichem Etat wieder drin und wir mussten erneut einen Nachkredit für 2025 beantragen. Ab 2026 ist es ordentlich im Budget eingestellt. Von dem her, ist die Materie bekannt. Es geht um den Ausbau des Personals, den wir vollzogen haben. Es gab auch eine Kostenschätzung für das Jahr 2028, die damals nicht dem entsprach, was schlussendlich herausgekommen ist. Das wurde jetzt mit diesem Prozess korrigiert.
Zweitens fielen eben auch diese höheren Personalkosten an. Einerseits sind sie Citysoftnet geschuldet, andererseits sind sie notwendig, um das Leistungsniveau des Sozialdienstes zu halten und die hohe Fall-Last bewältigen zu können. Drittens sind im Nachtragskredit 2025 die zusätzlichen ausserordentlichen Kosten für den Rückbau und die Archivierung des ausserdienstgesetzten Fallführungssystems KiSS im Sozialamt und im EKS enthalten. Vielen Dank für diese Debatte. Die Transformation wird uns weiterhin beschäftigen. Das Fallführungssystem wird uns auch weiterhin beschäftigen, auch was die kantonale Ebene anbelangt. Dort hat es leider schon Verzögerungen gegeben. Auch dort sind sie mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Sie können auch von unseren Learnings etwas mitnehmen und wir sind sicher, dass wir hier mit dem Kanton auf einem sehr guten Weg sind. Vielen Dank.