Intervento
Der Kanton Bern und die anderen Kantone, die ich vorhin aufgezählt habe, sind folglich im Rahmen der Bundesverfassung und des HarmoS-Konkordats an die entsprechende Sprachenstrategie gebunden und können diese jetzt nicht einfach neu formulieren, wie das ja eigentlich eben auch gefordert wird. Aber reden wir doch Klartext, reden wir doch einmal Klartext. Sie haben vorhin gesagt, es gehe Ihnen überhaupt nicht irgendwie gegen das Französische, und das glaube ich sofort, dass es niemandem hier in unserem zweisprachigen Kanton irgendwie darum geht, die französische Sprache oder das Lehren der französischen Sprache im Unterricht zu behindern oder infrage zu stellen, grundsätzliche infrage zu stellen.
Aber worum es klar ging: Nicht der Erwerb dieser zweiten Kantonssprache war in der Kritik der Politik, von Eltern, von Lehrpersonen, sondern das Lehrmittel «Mille feuilles» und «Clin d’œil». Das war in der Kritik, und das hat aufgeregt, und das hat zu vielen Diskussionen geführt, und diese Kritik haben wir sehr ernst genommen, habe ich sehr ernst genommen. Wir haben das aufgenommen, wir haben das diskutiert, breit diskutiert. Wir haben gehandelt, und aufgrund dessen sind einerseits Optimierungen am Lehrmittel selbst erfolgt, aber vor allem auch ein Wahlobligatorium. Es gab ein Wahlobligatorium. Jetzt können die Schulen unter den Lehrmitteln auswählen und haben diese Möglichkeit – genau das, was gefordert wurde.
Und darum, glaube ich, können wir auch sagen: Wir sind an dieses Konkordat gebunden. Wir sind auf diesem Weg, den der Kanton Bern als zweisprachiger Kanton vernünftigerweise geht. Und wir haben genau bei dem, was man aufgreifen und verändern konnte, die Kritik ernst genommen und haben es gemacht. Und ansonsten setzen wir alles daran, dass es möglichst viele Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler gibt, den Sprachaustausch zu pflegen. Wir versuchen, das immer noch weiter zu stärken. Wir werden es ja dann im nächsten Vorstoss auch noch einmal diskutieren. Diesbezüglich bin ich vollumfänglich einverstanden mit den Motionären. Es ist wichtig. Wir müssen so viel wie möglich bieten, damit die Kinder auch Freude haben können, und das haben sie, wenn sie irgendwie ein gemeinsames Erlebnis haben.
Alle diese Sachen wollen wir noch mehr stützen. Wir machen es jetzt schon so gut es geht. Dass es in den letzten Jahren, als in den Schulen auch noch andere Sorgen vorhanden waren als nur gerade die Frage, ob wir einen Sprachaustausch haben können oder ob wir jetzt mit dem Frühfranzösisch richtig umgehen können oder nicht, nicht gerade immer erste Priorität gehabt hat, ist auch verständlich, aber wir versuchen, die Schulen wirklich sehr zu stützen, weil es auch uns darum geht, Französisch im Kanton Bern oder eben Deutsch dans la partie francophone stützen zu können.
Ich glaube, wir haben probiert, in der Antwort aufzuzeigen – und ich kann es hier kurz machen, ich muss nicht noch einmal alles erzählen, was wir heute schon machen –, wie die Möglichkeiten aussehen. Und ich beantrage Ihnen, diese Motion anzunehmen und den Punkt 1 abzuschreiben. Merci vielmals.