Samuel Krähenbühl · SVP

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Gran Consiglio (BE)27 nov 2023
Samuel Krähenbühl, Unterlangenegg (SVP), Einzelsprecher. Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, warum die SVP mehrheitlich – sogar deutlich mehrheitlich – eine Nein-Parole herausgibt, und nachher kommen nur Redner nach vorne, die dafür reden. Darum komme ich jetzt auch noch sprechen. Ich bin noch nicht einer der Ältesten, aber auch nicht mehr einer der Allerjüngsten. Ich lehne den Vorstoss ab, obschon ich letztes Jahr – ich glaube, es war letztes Jahr – aus Überzeugung Ja gesagt habe zum Jugendparlament. Warum? – Es war in der letzten Session, merci für die Korrektur. – Warum?

Ich glaube, ein Jugendparlament ist eine gute Sache. Ich habe selber auch einmal an einer eidgenössischen Jugendsession teilgenommen, und das ist wirklich ein Übungsfeld, in dem man lernen kann, aus dem man etwas mitnehmen kann, aber: Es ist ein Übungsfeld. Ich glaube, etwas, das ich gleich im Anschluss an meinen Vorredner Lerch sagen kann: Ich glaube, wir können unter Umständen auch falsche – wie soll ich sagen? – Signale respektive falsche Hoffnungen senden.

Ich bin jetzt trotzdem schon fast ein bisschen einer der älteren Hasen, nicht unbedingt bezogen auf die Jahre, aber auf die Mitgliedschaft in diesem Rat. Ich habe schon diverse Male erlebt, wie Petitionen usw. eingegeben werden, die man nachher mehr oder weniger schludrig behandelt. Wir erleben auch immer wieder, wie wir uns beüben, als «Mini-Nationalrätinnen und -Nationalräte» bzw. «Mini-Bundesparlamentarier»: Wir geben Standesinitiativen ein, die nachher einfach verschwinden. Ich glaube, wir senden hier auch ein etwas problematisches Signal. Die Jugendlichen erwarten, wenn sie etwas einbringen, dass wir das auch aufnehmen, was ich ja verstehen kann – aber vermutlich machen wir es dann nicht. Und einfach ordnungspolitisch – das ist mir wirklich ein Anliegen: Ich glaube, es ist ein problematisches Signal, wenn wir hier eben trotzdem ein bisschen die Büchse der Pandora öffnen.

Vielleicht noch zu Kollege Widmer: «Mehr Demokratie wagen!», Willy Brandt – ich frage mich dann schon ... Ich finde das Jugendparlament eine gute Sache, verstehen Sie mich nicht falsch, aber ein Organ, bei dem man sich durch Selbstdeklaration zum Mitglied ernennen kann ... Ich finde, es gehört eben auch für Jugendliche dazu, dass sie sich irgendwann einer Wahl stellen, sei es in einem städtischen Parlament, sei es bei der Grossratswahl, und auch merken, wie ausserhalb des geschützten Rahmens, in dem man sich ohne Legitimation durch eine Wahl einfach verwirklichen kann, eben dann die Luft dünn wird, dass man sich bewähren muss. Aber auch das ist möglich: Gerade unsere Fraktion beweist dies auch, mit dem jüngsten Grossrat, mit der jüngsten Nationalrätin, die aus diesem Rat kommt, und darum: Ich glaube, es hat überhaupt nichts zu tun mit Angst haben, es hat überhaupt nichts zu tun mit «gegen die Jugendlichen»; dies an unseren Angel Okaside, ... (Der Redner deutet auf die Zuschauertribüne. / L’orateur indique la tribune du public.) ... der übrigens aus der Region Thun kommt, so wie ich auch, und er ist Präsident des Jugendparlaments. Ich habe auch nicht Angst, dass das politisch per se falsch laufen würde, aber es geht einfach um etwas Grundsätzliches, staatspolitisch. Daher bitte ich sie wirklich sehr: Lehnen Sie diesen Vorstoss ab.

Trascrizione
tagblatt.gr.be.ch
Istituzione
Gran Consiglio

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