Romeo Arnold · GLP

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Gran Consiglio (BE)25 nov 2025
Romeo Arnold, Oberhofen (GLP), Fraktionssprecher. Die GLP-Fraktion ist bei diesem Thema ein bisschen gespalten. Eine Motion wird abgelehnt, aber bei einem Postulat könnte es ein Fifty-fifty geben. Es gibt kritische Punkte und positive Punkte. Ich zeige zuerst die kritischen Punkte auf. Die Frage ist ein bisschen, ob man die Daten, die man da sammeln würde, tatsächlich nutzen könnte. Man befürchtet ein bisschen, man würde irgendetwas zusammensammeln, das man später nicht wirklich brauchbar anwenden könnte.

Das heisst: Wenn es dann wirklich mal zum Abbruch eines Gebäudes kommt, vielleicht in 60 oder 80 Jahren, muss man ja sowieso vor Ort schauen, was jetzt tatsächlich da ist, und muss dann entscheiden: Können wir das brauchen oder nicht? Was ist es genau für ein Material? Das heisst, die Wirkung ist in diesem Sinn ein bisschen hinterfragt und man stellt so ein bisschen in den Raum, ob das passt oder nicht. Zudem befürchtet man auch einen grossen administrativen Aufwand, um diese Daten aufzunehmen und dann auch zu bewirtschaften.

Es gibt aber durchaus auch positive Stimmen, und diese möchte ich jetzt gerne präsentieren. Man sagt, der Aufwand sei dann halt vielleicht doch nicht ganz so gross, weil man heutzutage überall digital arbeitet. Auch die Architekturbüros arbeiten mit digitalen Mitteln; Building Information Modeling (BIM) ist ein grosses Thema. Das heisst, heutzutage kann man, mal vereinfacht gesagt, zwei, drei Knöpfchen drücken, und nachher hat man eigentlich die Daten zusammen, die man braucht: Wie viel Material ist wo verbaut? Dann kann man das dementsprechend abfüllen, z. B. bei einer Baueingabe in einem Formular, und dann ist der Aufwand sehr überschaubar.

Grundsätzlich stärkt es die Kreislaufwirtschaft. Wenn wir wirklich eine Übersicht haben, was in diesen Gebäuden drin ist, wissen wir auch, was in einem ganzen Quartier vorhanden ist, nicht nur bei einem einzelnen Gebäude. Man muss auch wissen, dass in der Schweiz 80 Prozent der Abfälle Bauabfälle sind. Das muss man sich einmal vergegenwärtigen: Das ist wirklich ein riesiger Beitrag. Da ist der Handlungsbedarf wirklich gross. Es kann zudem auch ein Steuerungselement sein. Wenn man gewisse Vorgaben macht und sagt, man darf nur noch so und so viele energieintensive Materialien nutzen, dann wird man das in diesem Sinn auch als Steuerungselement brauchen können.

Es wird oft gesagt: Es bringt doch gar nichts, diese Sachen aufzunehmen. Aber stellen wir uns jetzt einmal vor, wir würden z. B. aufnehmen, wie viele Stöcke ein Haus hat oder wie viele Räume ein Haus hat oder welche Energieressource für das Heizen gebraucht wird. Da könnte man sich auch fragen: Ist das überhaupt sinnvoll, wenn das aufgenommen wird? Denn das könnte man z. B. auch vor Ort überprüfen. Aber dazu kann man sagen, dass das bereits seit Langem erhoben wird. Es gibt das Geoportal des Bundes. Jeder von uns hat darauf Zugriff und kann nachschauen: Wie viele Stockwerke hat ein Gebäude? Wie viele Zimmer hat ein Gebäude? Das ist also jetzt schon alles vorhanden, dazu gibt es schon Datenstrukturen.

Auch da könnte man jetzt sagen: Ja, was bringt mir denn das? Aber es ist eben trotzdem wichtig, dass wir diese Sachen haben. Ich kenne sie aus meiner eigenen Branche. Bspw. bei Hochwasserschutzprojekten bestimmen wir über ein Tool – Economy –, wie viel Schaden in einem Quartier oder in einer Stadt entstehen könnte. Diese Tools helfen hier, indem man nachschauen kann, welches Gebäude wie gross ist, wie viele Stöcke, wie viele Zimmer es hat. Das fliesst alles ein.

Also, solche Daten werden tatsächlich genutzt, und genau das Gleiche könnte es hier eben auch mit den Baumaterialien sein. Wenn man diese Daten wirklich hat, kann man diese für verschiedenste Anwendungen brauchen, nicht nur für das Wissen, wie es bei einem Abbruch eines Gebäudes aussieht. Es macht durchaus Sinn, solche Daten zu sammeln.

Wie gesagt, die GLP ist geteilt. Schauen wir, was herauskommt.

Trascrizione
tagblatt.gr.be.ch
Istituzione
Gran Consiglio

Dati: OpenParlData · CC BY 4.0