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Lionel Gaudy · Die Mitte

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Municipio (BE)13 giu 2024Lionel Gaudy (Mitte) für die

Lionel Gaudy (Mitte) für die Fraktion: Die Mitte steht dem Projekt nicht ganz so emotional gegenüber wie andere Vorrednerinnen und Vorredner. In unseren Augen ist ein gut funktionierender ÖV ein Muss für die Stadt Bern und das ist ein Projekt, das dazu beiträgt, dass eben der ÖV weiterhin gut funktioniert. Die Frage vorneweg, ob wir jetzt zum Beispiel heute das Tram noch einmal würden bauen wollen, glaube ich, kann man mit Nein beantworten. Darin sind sich die meisten hier drin einig, und sogar der Gemeinderat hat in seinem Vortrag darauf hingewiesen, dass eben nicht ganz klar entschieden ist, ob die Tramlinie Fischermätteli wirklich nötig ist respektive ob das Passagieraufkommen hoch genug ist, damit es eben ein Tram rechtfertigt. Es gibt einige Argumente, die dafür sprechen, die Tramlinie zu sanieren. Einerseits ist es auch mit grossen Kosten verbunden, wenn man sie zurückbauen müsste. Gleichzeitig, wie wir auch schon gehört haben, sind auch Sanierungen der Siedlungsentwässerung nötig. Und da muss man einfach auch ein bisschen an die Bevölkerung denken. Ich glaube, man möchte diesen Quartierbewohnerinnen und -bewohnern nicht zumuten, dass, wenn man jetzt eine Rückweisung macht, dann in 3 Jahren die Sanierung trotzdem nötig ist, so dass sie nachher zweimal eine Riesenbaustelle vor dem Haus haben. Das ist nämlich auch mit grossen Einschränkungen verbunden. Dass dort die Verkehrsführung nicht optimal ist für die Velofahrenden, liegt glaube ich auch auf der Hand. Es ist ein Stutz, es gibt Kurven, es ist nicht endlos Platz vorhanden. Man kann nicht Velos, MIV, ÖV trennen, und auch noch genug Platz für zu Fuss Gehende haben. Da hat man halt ein Stück weit die städtebaulichen Vorgaben, an denen man sich orientieren und quasi das Beste daraus machen muss. Wir sind auch klar der Meinung, dass eine Buslinie nicht eine extrem grosse Verbesserung für den Veloverkehr bringen würde, weil, wie auch schon gesagt wurde, der Bus etwas breiter ist. Er braucht auch viel Platz. Das Tram hat immerhin den Vorteil, dass es immer am genau gleichen Ort fährt, nämlich in den Schienen. Das ist beim Bus auch nicht ganz so und deshalb hat man mit dem Velo sicher auch eine gewisse Sicherheit, indem man eben weiss, wo das Tram ist. Und man kann es auch gut einschätzen. Es sind nachher noch einige Verbesserungsmassnahmen aufgenommen worden nach der Rückweisung durch die PVS vor 3 Jahren. Ob das wirklich alles ist, was man herausholen kann, können wir als Milizparlamentarier*innen nicht beantworten. Es gibt sicher gewisse Verbesserungen und nichtsdestotrotz gibt es auch in den Quartierstrassen immer noch super Möglichkeiten für Leute, die mit dem Velo unterwegs sind, schnell von A nach B zu kommen. Und darum sind wir eigentlich überzeugt, dass das Projekt dem Rechnung trägt. Wir werden hier Ja sagen, die Rückweisung der GFL werden wir ablehnen. Dass in 2 Jahren plötzlich eine zweite Tram-Achse beschlossen sein soll, das sehen wir ehrlich gesagt nicht. Die Änderungsanträge der PVS werden wir auch ablehnen. Dort ist es wieder einmal schade, dass man alle Sanierungsprojekte mit ideologischen Massnahmen zu überladen versucht – da noch eine Strasse zu sperren und dort Parkplätze aufheben. In den Quartieren gibt es weiterhin Leute, die auf die Parkplätze angewiesen sind, und wenn man nicht in die kleinen Quartierstrassen hineinfahren kann, hat man einfach Mehrverkehr in anderen Quartierstrassen und das kann ja auch nicht das Ziel sein.

Die Anträge der GFL werden wir mit der Ausnahme von Antrag 1 und 2 ablehnen. Grund dafür ist, dass wir zu wenig Zeit hatten, diese eingehend zu prüfen. Im Antrag 2 sehen wir eine Chance. Ich glaube, das könnte noch eine weitere Verbesserungsmassnahme sein und in Bezug auf Antrag 1 wirkt es fast wie ein Übersehen von Seiten der Stadt, dass man eben die Tram-Trogfugen wieder so plant, dass sie den Velofahrenden in die Quere kommen.

Ja, die Tramlinie 6, ehemals Tramlinie 5, ich bin aufgewachsen auf der anderen Seite, im Ostring, hat eine gewisse Freundschaft gegeben mit denen vom Fischermätteli, die ja quasi mit dem gleichen Traum verbunden waren. Ich habe ein paar Erinnerungen vom Hin- und Herfahren in diesem Tram in Jugendzeiten und wir wünschen uns von der Mitte, dass das Tram auch weiterhin fahren kann, und haben das Gefühl, dass dieses für den ÖV der Stadt Bern auch Entwicklungspotenzial gibt, das wir jetzt nicht unnötigerweise aufgeben möchten.

Trascrizione
bern.recapp.ch
Istituzione
Municipio

Dati: OpenParlData · CC BY 4.0