Lena Allenspach · Sozialdemokratische Partei
Lena Allenspach (SP) für die Fraktion: An dem von Mirjam bereits erwähnten PolitikTisch, an dem dieser Vorstoss entstanden ist, sind sehr eindrückliche Lebenssituationen geschildert worden. So müssen viele Migrant*innen in der Schweiz eine Weiterbildung absolvieren, um ihren ursprünglichen Beruf weiter ausüben zu können oder aber sie müssen gewisse Abschlüsse nachholen. So weit so gut. Aber wie wird diese Ausbildung finanziert? Sie müssen gleichzeitig in der Pflege, Reinigung oder Kinderbetreuung stundenlang zu tiefem Lohn arbeiten, um ihr Leben und die Weiterbildung finanzieren zu können. Wenn dann noch eine Familie versorgt werden muss, wird dies zum Ding der Unmöglichkeit und bedeutet so oder so eine massive Doppelbelastung.
Die SP-JUSO-Fraktion ist klar der Meinung, dass die Stadt die Möglichkeiten, die sie als Arbeitgeberin hat, nutzen soll, um Migrant*innen den Einstieg in den Schweizer Arbeitsmarkt zu erleichtern, und dass die Stadt auch der Wirtschaft aufzeigen soll, wie das möglich ist. Gerade auch mit Blick auf den Arbeitskräftemangel, der von Mirjam auch schon erwähnt wurde und der immer wieder beklagt wird, ist es völlig unverständlich, dass Menschen mit den nötigen Qualifikationen, aber eigentlich auch solche ohne, nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden, von ihnen aber gleichzeitig verlangt wird, dass sie Unmögliches schaffen, um wieder in ihrem Beruf arbeiten zu können.
Gleichzeitig ist es wichtig, in diesem Zusammenhang zu betonen, dass es hier nicht nur um Migrant*innen geht. Insbesondere Frauen, die aufgrund von Betreuungspflichten länger keiner bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen können, wird der Weg zurück in den ursprünglichen Beruf oft erschwert oder verwehrt. Dieses Postulat ist daher auch für Frauen mit oder ohne Migrationserfahrung zentral. Die SP-JUSO-Fraktion stimmt diesem Postulat klar zu.