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Dominique Hodel · Sozialdemokratische Partei

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Municipio (BE)27 mar 2025Dominique Hodel (SP) für die Fraktion

Dominique Hodel (SP) für die Fraktion: "Daran sollten wir uns erinnern. Die Geschichte unseres glücklichen Landes ist voll von Geschichten unglücklicher Kinder. Diese verbotenen Kinder waren Opfer des Wohlstands, den wir durch die Arbeit anderer erwarben, deren Muskelkraft uns willkommen war, deren seelische Kraft oder Schwäche uns hingegen nicht kümmerte. Wollte ein Mann aus dem Süden ein kleines Stück Glück schon jetzt und nicht erst im Alter, und holte seine Frau und Kinder zu sich, sah das hiesige Regelwerk dies nicht vor, denn unsere Papiere und Formulare kannten die Sprache des Herzens nicht." Ein Ausschnitt aus "Feindesland" von Franz Hohler.
Lieber Stadtratspräsident, liebe Gemeinderätin, liebe Kolleg*innen, heute stehen wir hier, um den stillen Stimmen der Vergangenheit Gehör zu verschaffen. Die Geschichte der versteckten Kinder von Saisonniers in der Stadt Bern ist ein Kapitel, das lange im Schatten lag. Doch es ist an der Zeit, dass wir uns dieser Thematik stellen und die betroffenen Familien von Kindern in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken. Es ist eine Thematik, die auch aufgearbeitet werden muss. Die SP-JUSO-Fraktion möchte sich bei allen Beteiligten für das Erarbeiten und Einreichen dieser wichtigen Motion bedanken. Von 1931 bis 1991 für Personen aus anderen Kontinenten und bis 2002 für Personen aus der EU waren viele Menschen aus dem Ausland in der Schweiz als Saisonniers tätig, lange unter einem Regime, das die Menschenrechte und die Würde der Familien missachtete. Letzten Herbst wurde im nationalen Parlament diskutiert, ob das Recht auf Familienzusammenführung von Kriegsflüchtlingen zukünftig in der Schweiz abgeschafft werden soll. Genauso wird im nationalen Parlament immer wieder die Diskussion darüber geführt wird, ob das Saisonniers-Statut wieder eingeführt werden soll, und wie gut dieses war. Wir, die SP-JUSO-Fraktion, finden solche Diskussionen absolut unmenschlich. Gehen wir noch einmal kurz zurück in die Vergangenheit. Die Eltern von Egidio Stigliano verliessen 1961 seine Heimat, um in der Schweiz als Saisonniers zu arbeiten. 4 Jahre später holten seine Eltern ihn in die Schweiz. Doch ihm erging es wie tausenden anderer Saisonniers-Kinder in der Schweiz. Da sich Egidio nicht lange ruhig verhalten konnte, versteckte er sich tagsüber alleine im nahegelegenen Wald. Als er sich bei einem Sturz den Arm brach, durfte er nicht ins Spital, aus Angst, die Familie könnte ausgewiesen werden. Ein Dorfarzt behandelte seinen Arm nur mit einem Verband. Doch ohne Gips ist der Bruch leider nicht richtig verheilt und so blieb ein krummer linker Arm als bleibende Erinnerung zurück. Die SP-JUSO-Fraktion ist sich einig: Geschichten wie diese und jene vieler Familien, die auf Kosten unserer Wirtschaft so viel Leid erlitten haben, dürfen nicht vergessen werden. Diese schlimmen Zeiten dürfen auch nie mehr wiederholt werden, auch nicht von zukünftigen Generationen. Darum stimmt die SP-JUSO-Fraktion Ja und nimmt die Motion mit allen Punkten an. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Trascrizione
bern.recapp.ch
Istituzione
Municipio

Dati: OpenParlData · CC BY 4.0