Die Hausarztmedizin umfassend fördern
(26.4543)- Tipo
- Interpellanza
- Stato
- Depositato
- Parlamento
- Svizzera
- Numero
- 26.4543
- Inizio
- 2 ott 2026
- Fonte ufficiale
- Profilo ufficiale
- ID esterno
- 20264543
- Severin BrünggerPLR.I Liberali Radicali
- Ständerat
- Depositato
- Titolo dell'oggettoTitolo segue
- Eingereichter Text
Am 18. Mai 2014 wurde der direkte Gegenentwurf zur Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin» angenommen und Art. 117a «Medizinische Grundversorgung» in die Bundesverfassung aufgenommen.
Parallel dazu wurde ein Masterplan «Hausarztmedizin und medizinische Grundversorgung» erarbeitet.
Der Masterplan hat die gewünschten Effekte aber weitgehend nicht erzielt. Somit besteht das Problem, das 2014 gelöst werden sollte, weiterhin bzw. hat sich teilweise verschärft.
Deshalb hat der Bund 2024 die «Agenda Grundversorgung» lanciert. 2025 wurde zusammen mit rund 80 Akteuren ein Fachbericht mit 18 Massnahmen erarbeitet. Der Bundesrat hat am 19. Juni 2026 die unter Bundeszuständigkeit fallenden Massnahmen priorisiert. Zwei Schwerpunkte sind dabei ausdrücklich die Förderung des ärztlichen Nachwuchses und die Stärkung der hausärztlichen Versorgung, wobei Grundversorgungsaufgaben stärker auf verschiedene Gesundheitsberufe verteilt werden sollen.
Die erste Umsetzungsphase läuft 2026–2028.
Dennoch sind die Massnahmen der Agenda Grundversorgung eher allgemeiner Natur und nicht konkret auf die Stärkung des Berufes Hausarzt / Hausärztin ausgerichtet.
Denkbar wäre beispielsweise eine gezielte und praxisnahe Ausbildung zur Ärztin oder zum Arzt der Grundversorgung für Studierende, die einen rascheren Einstieg in die berufliche Tätigkeit in eigener fachlicher Verantwortung anstreben. Durch eine gute Abstimmung der universitären Ausbildung mit einer gezielten Weiterbildung könnte der Berufseinstieg in eigener fachlicher Verantwortung ein bis zwei Jahre früher möglich sein.
Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:
- Wie gedenkt der Bundesrat die Hausarztmedizin im Rahmen der Umsetzung der «Agenda Grundversorgung» ganz direkt und fokussiert zu stärken?
- Falls er das tut: Welche Resultate verspricht er sich davon?
- Ist der Bundesrat der Meinung, dass durch allgemeine Massnahmen im Medizinstudium die Hausarztmedizin gestärkt werden kann oder ist es nicht eher so, dass bei mehr Studienabgängerinnen und -abgängern vor allem die Anzahl an Fachärztinnen und Fachärzten zunimmt?
- Wie beurteilt der Bundesrat die Option einer Revision des eidgenössischen Medizinalberuferechts, die auf eine spezialisierte universitäre Ausbildung als Ärztin oder Arzt der Grundversorgung abzielt und den Absolventinnen und Absolventen eines solchen Studiengangs den rascheren Einstieg in die Ausübung ihres Berufes in eigener fachlicher Verantwortung ermöglicht, indem die Dauer der Weiterbildung angemessen verkürzt wird?
Dati: OpenParlData · CC BY 4.0