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Stefan Berger · PS

de
Grand Conseil (BE)5 mars 2026
Stefan Berger, Burgdorf (SP), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Bei dieser Motion geht es darum, die Grundlagen zu schaffen, damit sogenannte Wanderbusse, wie der über den Schallenberg, zum Chuderhüsi oder auf die Lüderenalp – um die im Emmental anzuschauen –, aber auch an ganz anderen Orten im Kanton Bern in das Grundangebot aufgenommen werden können.

Diese Angebote sind keine Randerscheinung, sondern sie sind sehr beliebt. Die Zahlen hat Ueli Gfeller schon genannt. Sie sind nicht nur beliebt, sie erfüllen auch eine wichtige Funktion im Freizeitverkehr. Der Regierungsrat spricht selber von einer grossen, regionalen Bedeutung dieser Angebote. Diese Buslinien fördern den sanften Tourismus, ermöglichen Menschen ohne Autos den Zugang zu attraktiven Wandergebieten und schaffen Wertschöpfung in ländlichen Regionen, für Restaurants, Beherbergungsbetriebe, aber auch für Hofläden. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, den motorisierten Freizeitverkehr zu reduzieren, das Wildparkieren einzudämmen und sensible Naturräume zu entlasten. Damit leisten sie einen direkten Beitrag zur kantonalen Gesamtmobilitätsstrategie, etwa zur Bündelung von Personenströmen, zur regionalen Vernetzung und zur Stärkung innovativer ÖV-Lösungen.

Trotzdem werden diese Linien heute ausschliesslich – mein Vorredner es gesagt hat – von Gemeinden und privaten Sponsoren finanziert. Das schafft grosse Unsicherheit, da nicht klar ist, ob die Unterstützung längerfristig gesichert ist. Dadurch sind Investitionen in Infrastruktur und Vermarktung nur schwer planbar oder werden schlimmstenfalls gar nicht ausgelöst. Und klar stellen sich die Fragen nach den Kosten – und ja, der Bund beteiligt sich nicht an diesen Linien.

Aber wir sprechen hier nicht von einem unkontrollierten Ausbau, sondern von klar definierten, regional bedeutenden Angeboten. Die Kriterien bezüglich Nachfrage und Kostendeckung können, wie im Grundangebot üblich, festgelegt werden. Andere Kantone, etwa Luzern, sind hier bereits einen Schritt weiter.

Entscheidend ist: Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir, dass bewährte Angebote verschwinden können oder in ihrer Weiterentwicklung blockiert werden. Der Regierungsrat ist bereit, das Anliegen zu prüfen. Das ist ein erster Schritt, doch Planungssicherheit entsteht nur, wenn wir den politischen Willen klar mit einer Motion festhalten. Diese Motion schafft also die Grundlagen dafür, dass touristische Linien mit regionaler Bedeutung künftig ins Grundangebot aufgenommen werden können. Sie stärken den ländlichen Raum, unterstützen nachhaltige Mobilität und sorgen für faire Rahmenbedingungen zwischen den Regionen.

Aus diesen Gründen unterstützt die SP-JUSO-Fraktion die Motion in beiden Punkten einstimmig. Danke vielmals.

Transcription
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grand Conseil

Données: OpenParlData · CC BY 4.0