Aller au contenu principal

Samuel Kullmann · UDF

de
Grand Conseil (BE)24 nov. 2025
Samuel Kullmann, Thun (EDU), Fraktionssprecher. Wir haben in der Schweiz nicht eine typische Form der Demokratie, wie dies in vielen anderen Ländern mit einem Regierungs- und Oppositionsmodell der Fall ist. Das führt dazu, dass wir bereits enorm viel Austausch über die Parteigrenzen hinweg haben, ja sogar auch über die politischen Lager hinweg. Ich glaube, das ist etwas sehr, sehr Gesundes, das uns und unser politisches System auch ziemlich einzigartig macht.

Wir haben viele Gefässe, viele Möglichkeiten, wie wir den partei- und blockübergreifenden Austausch pflegen können. Ich weiss noch: An meinen ersten Sessionstag vor etwa neun Jahren kam Simone Machado von der Grün alternativen Partei (GaP) zu mir ans Pult und fragte, ob ich ihr helfen würde, ob ich bei einer Motion Mitunterzeichner sein würde, und wir haben uns im Anliegen gefunden. Ich habe ihr sehr gerne geholfen, und das ist wirklich typisch für unser System hier. Wir haben einen sehr guten Austausch.

Es gibt viele Gefässe, um den Austausch zu pflegen. Es gibt gemeinsame Mahlzeiten, es gibt Mittagsveranstaltungen, es gibt sportliche Aktivitäten, für die ich hier durchaus auch Werbung machen kann: Wir können immer Leute brauchen, falls jemand noch nicht dabei ist; das ist eine gute Sache. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, und wir nutzen diese. Daher haben wir, glaube ich, wirklich eine gute Kultur, und wir sind auch nicht so stur wie in anderen Ländern, in denen man irgendwie gar nicht miteinander reden kann. In unserem grossen nördlichen Nachbarland würden die einen nicht mal mit den anderen Fussball spielen. Aber so ist es hier zum Glück nicht, und das ist gut so.

Es ist eine nette Idee, aber für uns von der EDU-Fraktion überwiegen die Vorteile, die wir heute haben, gerade auch für uns als kleinere Fraktion, nämlich, dass wir in einer Debatte noch schnell die Köpfe zusammenstecken können. Es ist manchmal wichtig, dass man auf Argumente auch noch spontan eingehen kann, in den paar Fällen, in denen eigentlich eine Meinungsbildung während der Debatte noch stattfindet, was nicht häufig ist, aber doch vorkommt. In den Momenten, in denen dies vorkommt, ist es eben auch wichtig, dass man sich als Fraktion noch schnell absprechen kann, vielleicht Blickkontakt haben kann oder auch mal noch zusammen reden kann.

Von daher: Für die EDU-Fraktion überwiegen die Nachteile dieser Forderung. Deshalb lehnen wir den Vorstoss ab.

Transcription
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grand Conseil

Données: OpenParlData · CC BY 4.0