Anna de Quervain · Les VERT-E-S
Ich nehme es vorweg: Wir Grünen haben uns an diesem Vorstoss ziemlich die Zähne ausgebissen. Traktor-Pulling ist nichts, wofür unsere Fraktion irgendwelche Sympathien hegt, im Gegenteil. Traktor-Pulling-Veranstaltungen produzieren Lärm, Abgase und CO2-Ausstoss, und sie ziehen die Böden schwer in Mitleidenschaft.
Es ist so: Bodenverdichtung ist tatsächlich ein grosses Problem für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und den Schutz vor Erosion. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Ausserdem ist es – dies einfach noch als persönliche Bemerkung – angesichts der Klimakrise wirklich nicht mehr zeitgemäss und nicht verantwortbar, zum puren Vergnügen Abgase in die Luft zu lassen, ganz grundsätzlich; sei es auf der Strasse, in der Luft, wie auch schon gesagt wurde, oder eben auf dem Feld.
Wenn man die Fotos dieser Events anschaut – und ich muss auf Fotos zurückgreifen, denn ich war wirklich noch nie an einem solchen Anlass – und wenn man sieht, was für schwarze Wolken dabei aus den Traktoren kommen, dann erschrickt man schon ein bisschen.
Trotzdem ist die Mehrheit unserer Fraktion der Ansicht, dass der Weg, eine einzelne Veranstaltungsart zu verbieten, der falsche ist. Wie in der Antwort des Regierungsrates steht, ist davon auszugehen, dass es verschiedene andere Veranstaltungsformate gibt, die ebenfalls erhebliche Schäden am Boden verursachen. Deshalb stellt sich hier einerseits die Frage der Gleichbehandlung mit anderen Anlässen. Andererseits finden wir es ganz grundsätzlich nicht zielführend, einfach einzelne Veranstaltungsarten zu verbieten, egal, wie problematisch wir sie finden.
Ausserdem ist das Problem eigentlich ein viel Grundlegenderes: Wenn schon, dann muss man über Bodenschutz sprechen, und das ist selbstverständlich ganz in unserem Sinn. Aber das muss man umfassend angehen. Eine konsequente Beurteilungs- und Bewilligungspraxis des Kantons, die für alle gilt, ist sinnvoller als ein pauschales Verbot einer einzelnen Veranstaltungsart. Unser Ansatz wäre deshalb eher, eine vertiefte Abklärung vorzunehmen, ob die aktuellen Beurteilungs- und Bewilligungskriterien reichen, ob die Auflagen eingehalten werden oder ob es da Verschärfungen braucht und der Bodenschutz gestärkt werden muss. Wenn das der Fall ist, muss man dort ansetzen.
Aufgrund der dargelegten Überlegungen wird sich die überwiegende Mehrheit unserer Fraktion bei einer Motion enthalten. Falls noch gewandelt würde, halten sich die Ja-Stimmen und die Enthaltungen bei uns in etwa die Waage. Merci für die Aufmerksamkeit.