Christoph Patrick Zimmerli · PLR

de
Grand Conseil (BE)5 déc. 2024
Christoph Patrick Zimmerli, Bern (FDP), Einzelsprecher. Liebe Motionärinnen und Motionäre, ich glaube, Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus. Ich selber kenne etwa 25 Familien im Kanton Bern, die Ihr Vorschlag betreffen würde. Das sind einerseits Unternehmer, erfolgreiche Unternehmer, die da tausende von Arbeitsplätzen schaffen, tausende von Leuten unterstützen und in anderen sozialen Bereich engagiert sind. Und das sind ein paar internationale Grossunternehmer-Familien, die mit einem Fadenstrich die Schweiz verlassen oder den Kanton Bern verlassen würden, und all das, was sie hier geschaffen haben, würde verloren gehen. Im Beispiel Gstaad: Wenn die dort oben alle gehen, braucht es auch keinen Chaletbauer mehr. Das ist ganz einfach.

Zu den schweizerischen Unternehmerfamilien: Wir kennen diverse aus dem Oberaargau, äusserst erfolgreiche, die in den letzten Jahren schon in den Kanton Nidwalden und anderswohin umgezogen sind. Ich habe alles Verständnis dafür. Wenn man die noch vertreibt, die jetzt noch hier sind, dann gehen die auch. Wenn man Ihren Vorstoss umgehen will, gibt es gar nichts einfacheres: Sämtliche Kantone um den Kanton Bern herum bis auf Waadt und Neuenburg kenne keine Erbschaftssteuer bei direkten Nachkommen. Und im Kanton Obwalden - dort oben da, wunderschön – dort gibt es gar keine Erbschaftssteuer für gar niemanden. Also ist die leichte Empfehlung: Fahren Sie 50 Kilometer weiter, und Sie haben den Zauber nicht mehr.

Und was passiert damit? Der Kanton Bern wird substanziell an Einkommens- und Vermögenssteuer verlieren, und ich wette mit Ihnen, dass wir am Schluss hier im Saal weniger haben werden als das, was uns die Motionärinnen und Motionäre heute versprechen, nämlich dass wir quasi ein Kompensationsgeschäft machen könnten, bei dem wir eigentlich die Erbschaftssteuern erheben, um die Steuern für unsereins senken zu können. Diese Idee ist schlicht absurd und hat mit der Realität nichts zu tun.

Und dann stört mich noch etwas: Wir sind immer solidarisch oder versuchen, es hier im Saal zu sein. Wir kämpfen hier gegen ein paar wenige, ein paar Dutzend Leute, denen wir eigentlich sehr viel zu verdanken hätten, wir alle zusammen, ob jetzt links oder rechts. Ich finde das schändlich und bitte Sie, solches nicht zu unterstützen. Merci.

Transcription
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grand Conseil

Données: OpenParlData · CC BY 4.0