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Tabea Bossard-Jenni · PEV

de
Grand Conseil (BE)27 nov. 2024
Tabea Bossard-Jenni, Oberburg (EVP), Fraktionssprecherin. In der zweiten Woche dieser Session werden wir hart über das Budget und die Investitionspriorisierung ringen. Diverse bereits beschlossene Bauprojekte verursachen massive Mehrkosten; der Campus Bern ist eines davon. Wir sind aus diesem Grund innerhalb unserer Fraktion geteilter Meinung zu diesem Zusatzkredit. Die Mehrheit der Fraktion wird diesem Kredit vermutlich zustimmen, weil die BFH ihren Bildungsauftrag vollumfänglich in optimalen Räumen erfüllen können und für die Studierenden an Attraktivität gewinnen soll. Eine Minderheit der Fraktion wird den Zusatzkredit ablehnen. Es geht dabei nicht um eine grundsätzliche Sistierung des Campus Bern. Es geht nicht um die Infragestellung der bereits gesprochenen 382 Mio. Franken, sondern es geht hier um die zusätzlichen 44 Mio. Franken, die wir als Nachkredit sprechen sollen.

Der Regierungsrat — das ist meine ganz persönliche Haltung — wird uns in der Debatte zur Investitionspriorisierung empfehlen, dass wir auf den Campus Burgdorf verzichten sollen, weil das Geld nicht da ist. Ich bin klar der Meinung, dass dies ein Fehler ist, und dass wir an anderen Orten Prioritäten setzen müssen, indem man z. B. innerhalb solch grosser Projekte priorisiert, wenn diese Mehrkosten generieren, und man sich fragt: Brauchen wir das alles, was wir bestellt haben? Müssen wir das alles in einem solch hohen Standard ausbauen? Wie es Markus Aebi sehr gut formuliert hat – danke vielmals, Markus –, geht es nicht darum, ob wir ein Dach bauen oder nicht – natürlich bauen wir ein Dach. Aber es geht darum zu hinterfragen, ob wir alle Stockwerke im Standard ausbauen.

Ein dritter Teil der Fraktion war noch etwas unentschlossen und wollte der Diskussion aktiv zuhören und sich die Meinung hier im Saal bilden.

Zu den Auflagen der BaK: Falls weitere Zusatzkredite notwendig werden sollten, ist unbestritten für uns, dass redimensioniert werden muss. Es muss ausgewiesen werden, wo man verzichten kann. Das soll transparent aufgeführt werden, und es soll auch transparent aufgeführt werden, was die Opportunitätskosten sind. Die EVP unterstützt diese Auflage.

Die Auflage der GLP konnten wir in unserer Fraktion nicht diskutieren. Persönlich finde ich es aber fragwürdig, wenn man mitten im Bauprojekt die Planungsgrundlage immer und immer wieder hinterfragt. Neue, alternative Studienmodelle wie bspw. orts- und zeitunabhängiger Unterricht sollen nicht nur jetzt, in Bezug auf dieses Bauprojekt, relevant sein, sondern in Bezug auf die Zukunft der Hochschulbildung ganz grundsätzlich. Solche Modelle könnte man z. B. dann einsetzen, wenn aufgrund von baulichen Verzögerungen der Umzug nicht genau zum Semesterende respektive Semesteranfang stattfinden kann, und es dort Flexibilität braucht. Die Grundidee ist sehr unterstützenswert, allerdings aus meiner Optik nicht als Auflage. Was meine Fraktion macht, weiss ich nicht. Ich empfehle, dass wir diese Auflage ablehnen.

Transcription
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grand Conseil

Données: OpenParlData · CC BY 4.0